Vater Unser Leben – Persönlicher Rückblick auf die ökumenischen Exerzitien

Als ich im Gemeindebrief die Einladung für die Ökumenischen Exerzitien entdeckte, fühlte ich mich zunächst eher ein bisschen abgeschreckt. Den Begriff „Exerzitien“ brachte ich bislang in Zusammenhang mit Befehl, militärischer Korrektheit und Zwang in Verbindung. In Glaubensdingen möchte ich mich jedoch nicht zu etwas zwingen lassen, geschweige denn das Gefühl vermittelt bekommen, Gott durch mein stoisches Tun zwingen zu können.

Da aber die Neugier auf das Angebot unseres „neuen“ Pastors siegte, machte ich mich auf den Weg. – In recht großer Runde (ca. 20 Personen) stand zunächst die Frage im Raum, welche Erfahrungen wir persönlich mit diesem Gebet bereits gemacht haben. Überrascht war ich über die Offenheit, mit der die Teilnehmenden über ihre privaten Erlebnisse berichteten. Die entstehende Vertrautheit unter-einander bereicherte mich.

Wie oft schon habe ich selbst dieses Gebet – meist in Gemeinschaft – gesprochen. Und dennoch: Als wir über das erste Wort „Vater“ zum Nachdenken angeregt wurden, wurde mir noch einmal besonders bewusst, welch großes Glück es doch ist, dass wir den Allmächtigen, der uns das Leben gab, mit diesem vertraulichen Beziehungswort ansprechen dürfen.
Unsere Exerzitien, vielleicht anders übersetzt mit „Übungen“, bestanden darin, täglich eine halbe Stunde zur Ruhe zu kommen, um bestimmte Aussagen des „Vater Unser“ zu bedenken und zu überdenken: mit kurzen Impulsen, Texten und eigenen Gedanken.

Was so einfach klingt, gestaltete sich für mich in der täglichen Praxis öfter schwierig.

Je ruhiger ich werden wollte, desto mehr überschwemmten mich vielerlei Gedanken. Doch durch die Regelmäßigkeit dieser Übungen wurde ich konzen-trierter. Manchmal gelang es mir, neu gewonnene Erkenntnisse mit in den nächsten Tag zu nehmen und weiter zu bedenken. Ab und zu hatte ich meine Zeit schlecht im Griff und musste gleich zwei oder drei Arbeitsblätter auf einmal bewältigen. Insgesamt nahm ich gerne an den wöchentlichen Treffen teil und schätzte dabei besonders den Erfahrungsaustausch in den Kleingruppen, der, entgegen meiner ersten Befürchtung, zwanglos und in guter Atmosphäre stattfand.

Was bleibt, ist das „abendliche Ritual auf der Bettkante“, d.h. ein möglichst bewusst gesprochenes „Vater Unser“. Und was ich mir wünsche, ist, dass wir im Gottesdienst nicht nur ernst und mit gesenktem Blick, sondern auch immer mal wieder voller Freude diese Worte an unseren Gott richten. Ein paar mehr Pausen, damit die einzelnen Bitten nicht so schnell vorbeihuschen, wären auch schön.

Karin Behrendt, St. Liborius

Monatslied Mai 2017: Ordinariumsgesänge

Seit mehr als fünf Jahren erscheint in unserer „KUNDE“ die Seite zum Monatslied. Dadurch haben wir hoffentlich viele Lieder kennen und schätzen gelernt: Gesänge zu den verschiedenen Zeiten des Kirchenjahres; Gesänge, die an bestimmten Stellen des Gottesdienstes gesungen werden.

Heute soll über die so genannten Ordinariumsgesänge nachgedacht werden.
Die meisten Gesänge des „GOTTESLOB“ haben unterschiedliche Texte. Das Ordinarium sind die Texte, die immer gleich bleiben: also Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus Dei. Diese Gebete geben der Feier der Heiligen Messe eine feste Struktur. Wenn sie deutsch oder lateinisch gesprochen werden, haben sie immer denselben Wortlaut. Das sollte eigentlich auch so sein, wenn sie gesungen werden.

Schon lange bevor die Volkssprachen im Gottesdienst ermöglicht wurden, kannten wir in Deutschland deutsche Texte, die an diesen Stellen gesungen wurden, während der Priester sie lateinisch betete. Meistens waren diese Gesänge sogenannte Paraphrasen (d.h. keine wörtlichen Übersetzungen, sondern freie Übertragungen der lateinischen Texte). Sie sind gut singbar, und werden deshalb von vielen geschätzt; oft werden sie auch weitgehend auswendig gesungen. Der Nachteil dieser Vertonungen ist aber, dass sie die Texte des Messbuches nur unzureichend wiedergeben.

Der Wunsch der Kirche, die authentischen Texte zu singen, wird damit nicht erfüllt. Im Fall des Sanctus (also des Heilig) ist das am wenigsten hinzunehmen, weil dieser Gesang ein Teil des Hochgebetes der Heiligen Messe ist, des Kerns der Gottesdienstfeier. Aber auch sonst sollten die Übersetzungen dem lateinischen Messbuch genau folgen. Das hat der heilige Papst Johannes Paul ausdrücklich angemahnt.

In Ländern, in denen es vor dem Konzil kaum volkssprachliche Gottesdienstgesänge gab (z.B. Italien, Frankreich), sind nach der Liturgiereform wörtliche Übersetzungen des Ordinariums geschaffen worden, die meist leicht und gut zu singen sind. Auch in Deutschland haben sich Komponisten ans Werk gemacht. Aber die Schöpfungen waren oft musikalisch schwierig, so dass das neue „Gotteslob“ manche Werke aus dem alten Gesangbuch nicht übernommen hat. Es sind stattdessen einige neue Gesänge eingeführt.

Manche davon aber gestehen der Gemeinde mitunter nur einen Kehrvers zu und vertrauen das übrige einer Vorsängergruppe an. Vielerorts geht das an den Möglichkeiten der Gemeinden vorbei. Dennoch sollten wir versuchen, die Angebote des Gesangbuches zu nutzen. Wenn unterschiedslos nur Strophenlieder gesungen werden, verliert der Gottesdienst leicht seine Struktur. Die gute Gestaltung des Gottesdienstes sollte uns immer wieder alle Mühen wert sein. Wir feiern ja nicht unseren Gottesdienst, sondern den Gottesdienst der ganzen Kirche, der schon etwas ahnen lassen muss von der ewigen himmlischen Liturgie, die vor dem Thron Gottes erklingt.

Pfarrer Eberhard Laufköter

Auf den Geschmack kommen – eine Bibelverkostung für Anfänger und Fortgeschrittene“

In der Vorbereitung auf den Dekanatstag ist uns noch mal klar geworden, dass sich unser Glaube und Engagement aus einer Quelle speist, die uns allen gemeinsam ist. Diese Quelle ist die Hl. Schrift.

Der Dekanatstag, der am Samstag, dem 10.Juni 2017 von 9.00 – 17.00 Uhr in St. Maria stattfindet, beginnt mit einer kleinen Liturgie, dann folgen Begrüßung und ein Einstiegsreferat „Gottes-Erfahrungen des Propheten Elias“, es werden verschiedene Workshops angeboten, zum Abschluss gibt es eine Plenumsrunde und das Schlussgebet. Die Themen der Workshops beziehen sich auf biblische Persönlichkeiten, deren Leben und Erfahrungen wir betrachten wollen, um dann Parallelen zu unserem Leben und unserer Zeit herzustellen. Referent an diesem Tag ist Helmut Röhrbein-Viehoff, Referent für Biblische Themen im Erzbistum Hamburg.

Ziel dieses 12. Dekanatstages ist es, die Bibel noch besser kennenzulernen und sensibel und empfänglich zu werden, um das Wirken Gottes in unserem Leben, in unserer Gemeinde, in unserer Zeit wahrzunehmen und gemeinsam darüber zu sprechen. Alle Prozesse Lokaler Kirchenentwicklung beginnen mit dem betenden Betrachten, Bedenken, Besprechen des Wortes Gottes in der Hl. Schrift. So wächst die Gottesverwurzelung unseres Lebens und Tuns Schritt um Schritt.

Der Dekanatstag soll Anregungen geben, die Hl. Schrift als Quelle immer wieder neu freizulegen und zugänglich zu machen. Nur so können wir immer wieder neu mit Gewinn für uns und andere daraus schöpfen und das eigene sowie das gemeindliche Leben gestalten.

Die Themen und Beschreibungen der einzelnen Workshops sowie die Möglichkeit, sich dafür anzumelden, werden Ihnen im Mai mitgeteilt.
Herzliche Einladung an alle Neugierigen, Interessierten, Engagierten und . . . natürlich an Sie!

Für die Vorbereitungsgruppe

Johannes Pawellek, Dechant

Hans Thunert, Dekanatspastoralreferent

Ein Blick in die Zukunft

Eine Reihe von Feiertagen stehen uns im Mai und Juni bevor: Christi Himmelfahrt, Pfingsten und Fronleichnam. Meist sind sie verbunden mit Ferien- und Brückentagen, die ein langes Wochenende bescheren. Lassen Sie sich davon beschenken, gerade auch im Hinblick darauf, dass es christliche Feiertage sind und damit Ausdruck unseres Glaubens in einer säkularer werdenden Gesellschaft.

Kurz bevor dann die Sommerferien beginnen, feiern wir noch ein Fest. Die ACK (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen) besteht in Stade seit 10 Jahren. Viele gemeinsame Projekte und Gottesdienste wurden und werden seitdem ökumenisch gestaltet und gefeiert. Mit dem diesjährigen Altstadtfestgottesdienst am 18. Juni um 11.00 Uhr auf dem Pferdemarkt wollen wir dies feiern und gleichzeitig auch dankbar zurückblicken auf diese Zeit. Dazu sind ehemalige Pastorinnen, Pastoren, Pfarrer und Wegbegleiter aus ganz Deutschland, die vor zehn Jahren bei der Gründung dabei waren, eingeladen. Seien auch Sie dabei und feiern mit. Die Hl. Messe in Heilig Geist beginnt deshalb am 18.06. schon um 9.30 Uhr.

Nicht immer gibt es Grund zu feiern. So müssen wir auch Abbrüche erleben, die zeigen, dass „Kirche sein“ heute nicht mehr selbstverständlich funktioniert. In unserer Ortsgemeinde Heilig Geist hat sich das Gemeindeleitungsteam aufgelöst. An dieser Stelle gilt allen Beteiligten ein Dankeschön für die geleistete Arbeit.

Bei einem Reflexions- und Zukunftstag für die ganze Pfarrgemeinde im Herbst werden wir auch einen Blick auf die anstehenden Wahlen 2018 werfen und damit auf mögliche Formen einer Neuaufstellung. Darüber informiere ich Sie dann gerne nach den Sommerferien.

Ebenfalls nach den Sommerferien, ab August, haben wir vom Pfarrgemeinderat neue Gottesdienstzeiten für die Sonntagsgottesdienste festgelegt. Ausschlaggebend dafür ist auch ein Blick in die Zukunft. Am 30. Juli werden wir Pfr. Rauchfuß in den wohlverdienten Ruhestand verabschieden. Er wird, genauso wie Pfr. Laufköter, solange es möglich ist, noch Gottesdienste übernehmen, aber auch mit der ruheständischen Freiheit, die ihm dann zusteht.

Auf Sicht muss es also eine Regelung geben, dass ich unsere drei Kirchorte am Wochenende allein versorgen kann. So wird der derzeitige Wechsel am Samstag und Sonntag der Kirchorte St. Ansgar und St. Michael beibehalten, ebenfalls die Gottesdienstzeit um 18.30 Uhr am Samstag. Am Sonntag beginnt der Gottesdienst dort dann allerdings schon um 9.00 Uhr und in Heilig Geist wird er auf 11.00 Uhr verschoben. Den monatlichen Gottesdienst in Hechthausen und den Samstagsgottesdienst in St. Josef wollen wir vorerst beibehalten.

Ich wünsche Ihnen allen weiterhin eine gesegnete Osterzeit.

Erstkommunion 2017

Eltern, Kinder und Katecheten haben sich im September letzten Jahres gemeinsam auf den Weg zur ERSTKOMMUNION gemacht. Ein Weg in die Beziehung zu Gott zu suchen und zu gehen und gemeinsam zu entdecken, wie lebendig und tragfähig der Glaube sein kann, war das Anliegen für die Vorbereitungszeit.

In Jesus ist Gott uns nahe. Er steht uns in allen Lebenssituationen als unser bester Freund zur Seite. Besonders nahe ist er uns im Sakrament der Eucharistie – er lädt uns immer wieder ein, zu ihm zu kommen, um Kraft, Hoffnung und Mut fürs Leben zu schöpfen.

Am kommenden Wochenende werden am Samstag um 15 Uhr und am Sonntag um 10 Uhr folgende Kinder das Sakrament der Eucharistie empfangen:

Leonie Marie Al Hathwa
Sara Lena Al Hathwa
Amelia Baranowski
Jean-Luca Bartkowski
Dawid Bielecki
Evelyn Bokow
Tom Bokow
Lara Sariyah Boro
Lia Josefine Boro
Alina Brese
Ty-Vito Buchkammer
Leandro Rafael Garcia Marquez
Maja Gorzelanczyk
Jana Hammerschmidt
Lena Anna Harendarczyk
Keanu Hertes
Thierry Joel Hounkpevi
Marcin Likas Keller
Emilia Keller
Leoni Kelm
Pascal Kolinski
Julie Carolina König
Anna-Maria Kramer
Jule Kretschmer
Marek Oliver Kruse
Tyler Maurice Kruse
Paulina Kula
Bella Luna Lila
Giacomo Noel Lila
Alicja Lucka
Justus Matthis Michels
Pia Müller-Wiefel
Hendrik Fritz Niers
Fabian Piepiora
Rafael Pilipczuk
Julia Piwowarczyk
Tiana Prott
Maria Radkowska
Amy Marie Rosner
Alexander Schesler
Nike Schraplau
Emilia Schreck
Mirja Söhl
Djamila Tylek
Zuzanna Urbanska
Carlotta Vehse
Nadja Wancel
Joleen Sophie Watzlawczyk
Carolina Wildt
Milan Zielinski

Schon heute leben – Brief an die Gemeinde

Die Tage werden langsam wieder länger und mit großen Schritten nähern wir uns der Karwoche und dem größten christlichen Fest – Ostern.

Besonders am Osterfest dürfen wir das Motto des diesjährigen Hungertuches „Ich bin, weil du bist“ erfahren. In Tod und Auferstehung Jesu wirbt Gott nicht nur für ein Leben nach dem Tod, ganz nach dem Motto „Am Ende wird alles gut“. Nein, er möchte, dass wir schon heute „leben“ in der Begegnung mit ihm und unseren Mitmenschen. Nur im Dialog und barmherzigen Miteinander kann österliches Leben schon heute gelingen.

Der Ostergarten in der ev. Liborius-Kirche in Bremervörde, der noch bis zum 17. April zu sehen ist, greift die Zeit von Palmsonntag bis Ostern auf. Es sind intensive Tage, in denen Jesus einer Reihe von Menschen in ganz unterschiedlichen Situationen begegnet ist und immer wieder dieses österliche Leben verkündet hat.

In der Osternachtsfeier in Heilig Geist werden wir die große Freude haben, die TeilnehmerInnen des Glaubenskurses mit den Sakramenten der Taufe, Firmung und Erstkommunion in unsere Gemeinde aufzunehmen. Ein großer Dank gilt unseren beiden Subsidiaren, Pfr. Rauchfuß und Pfr. Laufköter, für die gute Vorbereitung und einer Reihe von Gemeindegliedern, die sich ebenfalls stark engagiert haben und auch als Paten zur Verfügung stehen.

Die Feierlichkeiten hören mit dem Osterfest nicht auf. In den folgenden Wochen feiern wir an allen Kirchorten Erstkommunion. Auch wenn die Gottesdienste mit den Familien und Verwandten unserer Erstkommunionkinder voll werden, ist die Gemeinde herzlich eingeladen dieses Fest mitzufeiern. Die Kinder dürfen erfahren, dass wir eine große Gemeinschaft sind und die Gemeinde sich auf sie freut.

Dazu und zu allen unseren Gottesdiensten und Veranstaltungen, die Sie hier in der Kunde finden, ein herzliches Willkommen.

Familienkreuzweg am Karfreitag

Karfreitag, 14. April 2017

Treffpunkt um 10:00 Uhr in Hl. Geist,
Ende ca. 12:00 Uhr St. Josef.

Wir gehen den Kreuzweg für Familien, Kinder und Jugendliche der diesjährigen Fastenaktion von Misereor. Der Kreuzweg greift sowohl die Lebenserfahrungen hiesiger Kinder als auch die Nöte gleichaltriger Kinder auf den Philippinen auf im Bezug zum Leidensweg Jesu.

Unser Weg führt von Kirche zu Kirche. Gestaltet wird der Kreuzweg in diesem Jahr von den Pfadfindern.

Informationen und Termine für die Karwoche

Gründonnerstag

Nach den Gründonnerstagsgottesdiensten besteht in allen drei Gemeinden die Möglichkeit zur Anbetung.

Heilig Geist: Anbetung in der Krypta bis 6.00 Uhr. In der Kirche liegt eine Liste aus, in die sich die Beter eintragen können.

St. Michael: Eventuell findet ein Meditationsangebot statt

St. Ansgar: Nach dem Gottesdienst herzliche Einladung zur Agape und zu anschließender Anbetung

Karfreitag

Bitte bringen Sie zur Kreuzverehrung in der Karfreitagsliturgie wieder Blumen mit.