Bericht von der Gemeindeversammlung

Wie gestalten wir die Zukunft am Standort Stade?

Die Reise geht weiter.

Wie bereits am 16.10.22 haben wir uns am 13.11.22 erneut im Marienheim getroffen, um uns darüber klar zu werden, wie es am Standort Heilig Geist/ St. Josef weiter gehen soll. Es war ein konstruktiver Austausch von ca. 40 Gemeindemitgliedern, die sich zu diesem erweiterten Kirchenkaffee eingefunden hatten.

Für eine der zentralen Fragen konnte der Beschluss gefasst werden, ab Januar unsere Sonntagsgottesdienste vorerst in St. Josef stattfinden zu lassen. In diese Entscheidung flossen sowohl energetische als auch finanzielle Gründe mit hinein. Einerseits hatte sich der Kirchenvorstand dem Hildesheimer Vorschlag angeschlossen, die Kirchen nicht mehr über 9°C zu beheizen aufgrund der Energiekrise. Andererseits wurde auch ein Denkanstoß gegeben, die vorhandenen finanziellen Mittel der Gemeinde eher für die punktuelle aber sinnvolle Sanierung eines Kirchenstandortes zu nutzen. So steht der Umzug des Pfarrsekretariats nach St. Josef in den nächsten Monaten an, welcher, den Räumlichkeiten entsprechend, ebenfalls gut geplant und sinnvoll ausgeführt werden sollte.

Zusätzlich haben wir uns ein Bild über unsere kleinen und großen Aufgaben im einzelnen gemacht. Es wurde klar, dass mehr helfende Hände in den aktiven Bereichen der Gemeinde benötigt werden. Hierfür haben wir als kleiner Anfang im Gemeindesaal Listen aufgehängt, in die sich jeder eintragen kann. Vielleicht schauen wir alle einmal daran vorbei.

Leider fehlen uns aufgrund der verschärften Datenschutzbestimmungen weiterhin Instrumente wie allgemein gültige Mailadressen, um es Interessierten und Gruppenleitern einfacher zu gestalten, voneinander zu erfahren. Hier sind wir weiter im Gespräch mit den hauptamtlichen Gemeindeverantwortlichen. Bis zur Lösung dieses Problems hoffen wir aber, in persönlichen Gesprächen trotzdem zueinander zu finden.

Entsprechend ist unsere Reise nicht zu Ende und diese Arbeit geht weiter.

Am Sonntag den 22. Januar 2023 wollen wir uns weiter darüber austauschen und weiter nach kleinen und größeren Lösungen suchen. Der Kirchenkaffee, dann im großen  Saal von St. Josef, bietet hier nicht nur eine gute Gelegenheit für einen weiteren Gesprächsaustausch. Sondern es wäre auch eine Möglichkeit für eine interessante Begehung des Standorts St. Josef unter anderen Gesichtspunkten. Perspektivwechsel sind Chancen, die wir ergreifen sollten.

Jeder, dem unsere Gemeinde am Herzen liegt, ist herzlich willkommen!

Herzlichen Gruß vom Lotsenteam

Zeuginnen des Glaubens – „Hildegard von Bingen“

November 2022 Fortführung „Zeuginnen des Glaubens“
(Apostelin-Leuchter)
Hildegard von Bingen - Prophetin und Tischgenossin Gottes

Heilige Hilldegard von Bingen
Quelle : Pinterest.com

Hildegard von Bingen (1098 – 1179) zählt zu den bedeutungsvollsten und großartigsten Frauen, die im Mittelalter lebten. Sie ist Visionärin, Mystikerin, Kirchenpolitikerin, Theologin, Predigerin Ärztin, Dichterin, Komponistin, Künstlerin, Naturwissenschaftlerin – alles in einer Person.

Ihr ganzes Leben folgte sie der Stimme Gottes.

Die Menschen sehen in ihr eine Prophetin und eine wahre Mutter und Helferin aller am Rande der Gesellschaft Stehenden.

Mutig kritisierte sie Missstände in Kirche und Politik.

Es war eine Zeit des Umbruchs in der sie lebte. Es wurden Kreuzzüge unternommen, die Kirche spaltete sich in Ost- und Westkirche, und war stark auf Macht ausgerichtet. Die Kirchenleute hielten sich selber nicht an die gepredigten Gebote, der Kaiser kämpfte an verschiedenen Fronten für die Erhaltung und Erweiterung des Reiches, das Volk begehrte auf gegen die Kirche. In einem Brief an Kaiser Barbarossa ermahnte sie, er möge mit Barmherzigkeit regieren.

Die Sorge um die Kirche veranlasste Hildegard von Bingen die Missstände offen anzusprechen. Hildegard von Bingen erhielt den Titel: Die Prophetin vom Rhein.

Hildegard von Bingen gründete zwei Benediktinerklöster, das Kloster Rupertsberg bei Bingen leitete als Äbtissin. Klostergründungen waren zu damaliger Zeit mit großen Schwierigkeiten verbunden. Hildegard setzte sich mit unerschütterlicher Entschlossenheit gegen die Gottvergessenheit ihrer Zeit ein. In ihrem Reden und ihrem Handeln wendete sie sich gegen eine veräußerlichte Kirche, die der eigentlichen Aufgabe nicht nachkam. Mit Hilfe eines Abtes schrieb Hildegard ihre göttlichen Visionen auf und dieser nutzte eine günstige Gelegenheit die visionären Schriften dem Vatikan vorzulegen, der Papst anerkannte diese als „Stimme Gottes“ .

Hildegard war überzeugt: „Mit jedem Kind, das geboren wird, kommt Gottes Liebe zur Welt.“ Alle Menschen sind Kinder Gottes.

Die ganzheitliche Sicht von Hildegard auf Gott, Welt und Mensch, in der Himmel und Erde, Glaube und Kosmos, Heils- und Heilkunde eine untrennbare Einheit bilden, haben damals wie heute volle Gültigkeit. Ihre Schriften über Gesundheit und Krankheit sind immer noch aktuell.

Hildegard verkündete die Frohe Botschaft und lebte mit unerschütterlicher Zivilcourage in der Nachfolge Jesus Christus.

Am 17. September 1179 verstarb die stets schwächliche Frau doch im hohen Alter von 81 Jahren.

Viele Parallelen der Zeit Hildegards können wir heute ziehen – auch wir leben in einer Zeit des Umbruchs, Missstände in der Kirche, Krieg und Unterdrückung in vielen Länder. Hildegards Einstellung „Ich kenne kein anderes Leben“ ruft uns im 21. Jahrhundert auf ihr Handeln mutig und im Vertrauen auf Gott zu folgen.

„Das Licht vom Lichte leuchte in dir.“
Der Wunsch von Hildegard gilt auch uns heute Lebenden.

Erst im 20. Jahrhundert wird Hildegard als Kirchenlehrerin anerkannt.

Gedenktag 17. September

Quelle: https://www.logo-buch.de/downloads/arbeitshilfen/logo-aktiv-hildegard-von-bingen.pdf

„Zeuginnen des Glaubens“ Hedwig von Andechs – Herzogin von Schlesien – 1174 – 1243

Hedwig von Andechs

Heiligenstatue der Hedwig von Andechs aus der Kirche St. Hedwig Görlitz (Methusalem at https://de.m.wikipedia.org/wiki/Datei:Hedwig_von_andechs.jpg)

Ein kleiner Einblick in die Lebensgeschichte der Herzogin Hedwig von Schlesien:

1174 wird Hedwig als Tochter des Grafen Berthold III. und seiner zweiten Frau Agnes in eine zu dieser Zeit mächtigste Fürstenfamilie Europas hinein geboren, in den Hochadel.
Ihr Zuhause: Die Burg Andechs am oberbayerischen Ammersee.
Gemäß ihrer Zeit und ihres Standes erhält sie ab ihrem 6. Lebensjahr eine umfassende Bildung in den Klöstern des Mittelalters. So lebt Hedwig im bekannten Benediktinerinnenkloster Kitzingen am Main. Erst als Zwölfjährige kehrt sie aus der klösterlichen Stille in das ihr fremd gewordene, höfische Treiben auf Burg Andechs zurück Der Herzog von Andechs-Meran und der Herzog von Schlesien wurden sich schnell einig: Der eine hatte einen jungen, unverheirateten Sohn und Erben; der andere eine junge, unverheiratete Tochter! – Berthold also versprach Hedwig zur Frau des künftigen Herzogs von Schlesien, Heinrich des I. Die junge Hedwig gehorcht mehr dem Willen ihrer Eltern als ihrem eigenen als sie ihn 1186 auf der Burg Andechs heiratet. Danach ziehen die jungen Brautleute über Plauen und Meißen nach Schlesien.

Im Gegensatz vieler im Mittelalter üblicher Jugendehen der Herrscherhäuser, die nicht zum Guten verliefen, bleiben Herzog Heinrich und seine oberbayerische Frau viele Jahrzehnte in Liebe verbunden. – Sieben Kinder wird die junge Herzogin zur Welt bringen, von denen sie am Ende sechs überlebt! Nach dem Tode seines Vaters erbt Heinrich dessen Besitzungen als Alleinerbe! Die Geschichte nennt Heinrich I. einen sehr zielstrebigen Herzog, der es versteht, Schlesien als machtvolles Herzogtum zu stabilisieren.

Hedwig steht als starke Frau an Heinrichs Seite. Ihre Lebensaufgabe erkennt sie darin, das Land wirtschaftlich wie kulturell zu entwickeln.
Hedwig kennt die Not der zweit- und drittgeborenen Söhne der Bauern in den deutschen Fürstentümern und ermöglicht ihnen in den Weiten von Schlesien Städte und Dörfer zu gründen, um dort als freie Menschen auf eigenem Grund leben zu können. Zehntausende Bauern und Handwerker kommen nach Schlesien.
Hedwig sieht sich als Mutter des Landes Schlesien. Sie selbst verteilt immer wieder herzogliche Vorräte an Hungernde und kümmert sich persönlich um arme und verlassene Mitmenschen. – Niemals fehlen an ihrem Mittagstisch arme Menschen „von der Straße“. Als durch Missernte eine Hungersnot im Lande ausbricht, lässt sie die Scheunen und Keller ihres Privatgutes Schawoine (heute Zawonia) öffnen und an die Armen verteilen. Begabte Töchter und Söhne armer Eltern lässt sie erstklassig ausbilden. Mehr noch: Studenten unterstützt sie, wo sie kann. Hedwig steigt allein in die Kerker der Gefangenen, erleichtert deren Los und kritisiert die Grundherren im Lande laut, wenn sie Unrecht erkennt. Todesstrafen erlässt sie, wenn die Verurteilten ihr Leben zukünftig guten Werken widmen. Herzogin Hedwig erkennt:

„Erst allmählich sah ich ein, dass es nicht genügte, einfach fromm zu sein und die Gebote zu beachten. Ich musste mich klein und kleiner machen!“

Und es gelingt ihr, neben einem Leben mit hoher Kunst, Staatspräsentation und weltlichen Geschäften ein Leben der Frömmigkeit, das Leben einer christlichen Asketin, zu führen. Streng ist Hedwigs Nahrungsaskese. Sie fastet täglich, ausgenommen an Sonntagen und an gewissen Feiertagen. Das Herzogpaar stiftet zahlreiche Klöster. Unter dem Einfluss seiner Frau gründet Herzog Heinrich das erste Frauenkloster in Trebnitz Schlesien. Zisterzienserinnen aus Bamberg ziehen ein und gestalten von nun an klösterliches Leben. Die Herzogin Hedwig lässt sich im Garten der Klosteranlage ein kleines Häuschen bauen, um vor Ort zu leben. Hedwig stirbt 1243 in Trebnitz. Die Schlesier errichten ihr ein wundervolles Hochgrab.

Bereits zu Lebzeiten ist sie eine Legende und das Volk ehrt sie auch nach ihrem Tode so sehr, dass der Papst Clemens IV sie bereits 24 Jahre nach ihrem Tod am 26. März 1267 heiligspricht. Der Papst nennt sie „Ein starkes Weib“, und als solches wird sie zur Landespatronin aller Schlesier bis auf den heutigen Tag!

Nach dem zweiten Weltkrieg nehmen die vertriebenen katholischen Schlesier*innen die Hedwigsverehrung mit in ihre neuen Pfarrgemeinden. Die heilige Hedwig wird zur Symbolgestalt für die verlorene Heimat. Heute gilt die heilige Hedwig auch als Patronin der Versöhnung zwischen Deutschland und Polen.

Namenstag: 16. Oktober

Quelle:
https://www.heiligenlexikon.de/BiographienH/Hedwig_von_Schlesien.htm