Brief an die Gemeinde

Liebe Gemeinde,

Mehr als die Hälfte der Fastenzeit ist geschafft, wenn Sie diese Kunde in den Händen halten. Und wir gehen mit großen Schritten auf die dichten Tage der Kar- und Osterfeiern zu.

Tod und Auferstehung Jesu lassen mich jedes Jahr von neuem staunen. Staunen, weil es so unbegreiflich ist, was wir an Ostern feiern. Es ist immer wieder ein Glaubens-Sprung. Die ungeheuerliche Botschaft des Engels am leeren Grab; die Frauen und Jünger, die nichtsahnend kommen, dann verstört den Ort verlassen; und schließlich die verschiedenen Berichte, in denen Jesus sich zeigt. Langsam setzt sich der Glaube an die Auferstehung durch.

Glauben ist nicht immer einfach. Gott fordert mich heraus, immer wieder neu und besonders an Ostern. Glauben, ohne zu sehen, IHN Nicht-Begreifen-Können; Glauben und ER lässt sich trotz allem nicht festhalten; Glauben gegen alle Enttäuschungen; Glauben, denn ER möchte mir die Augen öffnen.

Ostern ist spannend und darf jedes Jahr neu entdeckt werden. So bleibt auch der Glaube spannend, denn er ist nicht stock-steif. Er bewegt mich und lässt mich nicht in Ruhe. Und das ist gut so, denn mein Mensch-Sein geht weiter. Ich verändere mich, meine Umgebung verändert sich und mich und so ist es auch mit dem Glauben. Die Auferstehung Jesu trifft mich in immer anderer Verfassung an und möchte letztlich doch nur das Eine – Hoffnung schenken.

Ich wünsche Ihnen, dass Ostern auch dieses Jahr sein Ziel nicht verfehlt und die Freude der Auferstehung Jesu Ihren Glauben und Ihre Hoffnung stärkt.

Brief an die Gemeinde

Liebe Gemeinde,

das Osterfest liegt dieses Jahr am fast letztmöglichen Termin, am   21. April. Dadurch beginnt auch die Vorbereitungszeit erst jetzt Anfang März. Am Aschermittwoch starten wir in die 40 Tage der österlichen Bußzeit. Im Gottesdienst, den wir in ökumenischer Gemeinschaft dieses Jahr wieder in der Johannisgemeinde feiern, bekommen wir das Aschekreuz auf die Stirn gezeichnet.

Die Asche ist nicht nur ein Symbol für unsere Vergänglichkeit. Sie dient auch seit Jahrtausenden zur Reinigung. Und so dürfen auch wir die Wochen vor Ostern begreifen. Reinigung des Körpers ist oft das Erste was mir einfällt und was viele in der Fastenzeiten eben durch das Fasten auch in Angriff nehmen. Doch Reinigung kann noch mehr bedeuten: Es darf sich auch auf mein Denken, Reden und Handeln beziehen.

„Was habt ihr für Gedanken im Herzen?“ (Lk 5.22) fragt Jesus mich. Sind es wohlwollende und aufbauende Gedanken oder doch eher neidische und nachtragende?

„…eindeutig sei deine Rede!“ (Sir 5,10) Gebe ich mir Mühe einfühlsam, achtsam und ehrlich zu sprechen oder sind meine Worte verletzend, gleichgültig und verschleiert?

„Handelt so, wie ich an euch gehandelt habe.“ (Joh 13.15) Richte ich mein Handeln am Beispiel Jesu aus, in dem ich zuverlässig, menschlich und barmherzig handle? Oder bin ich eher wankelmütig, unverbindlich und herzlos?

Die Asche dient zur Reinigung, heute noch als Symbol und Gedankenstütze.

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die österliche Bußzeit, mit guten Gedanken, klaren Worten und begeistertem Handeln.