Brief vom neuen Pfarrer Timm Keßler

Liebe Heilig-Geist-Geist Gemeinde!

Nun ist es schon einige Monate bekannt, dass ich zu Ihnen und Euch in den Norden kommen werde. Deshalb ist es auch an der Zeit, mal einige Worte zu mir zu sagen und mich vorzustellen. Das mit dem Namen ist zwar schon klar, aber trotzdem…   Ich heiße Timm Keßler. Sowohl das 2. ‚m‘ wie auch das ‚ß‘ sind ja nicht ganz selbstverständlich und im digitalen Zeitalter nicht ohne Probleme.

Geboren bin ich in Düsseldorf. Groß geworden und heimisch fühle ich mich aber als Lüneburger, da ich dort seit meinem 2. Lebensjahr gewohnt habe. Nach Kindergarten (katholisch), Grundschule (nicht katholisch), O-Stufe, Gymnasium und Realschule (noch weniger katholisch) habe ich 1988 eine Ausbildung zum Sparkassenkaufmann begonnen und nach drei Jahren erfolgreich abgeschlossen. Anschließend habe ich meinen Wehrdienst beim Panzeraufklärungsbatallion 3 in Lüneburg absolviert und bin dann in die Sparkasse zurückgekehrt.

Neben diesem recht klassischen Lebenslauf war ich seit meiner Erstkommunion in der St. Mariengemeinde aktiv. Begonnen hat alles als Ministrant, später wurde ich Jugendgruppenleiter, war Mitglied im PGR und habe an vielen Stellen in der Gemeinde mitgewirkt. Viele Jahre habe ich das jährliche Zeltlager unserer Gemeinde geleitet und die Firmjugendlichen als Katechet begleitet. Also auch hier habe ich eine ganz klassische Laufbahn hingelegt.

Was dann nicht mehr so klassisch war: dass ich meinen Beruf 2002 an den Nagel gehängt habe und in das interdiözesane Priesterseminar St. Lambert in Lantershofen gegangen bin. Dort darf man, wenn der Heimatbischof es erlaubt, als „alter“ Mann ohne Abitur studieren.

Nach dem Studium ging die reguläre Ausbildung in Hamburg weiter und wurde mit der Diakonweihe im März 2007 abgeschlossen. Ein Jahr lang durfte ich dann erste Erfahrungen in Hann. Münden als Diakon sammeln, bevor die Vorbereitung auf die Priesterweihe in Osnabrück begann. Im Mai 2008 wurde ich von Bischof Norbert zum Priester geweiht. Als meine erste Kaplansstelle wurde mir Duderstadt zugeteilt, wo ich bis 2010 Dienst tat.

Die letzten sechs Jahre war ich mit vielfältigen Aufgaben betraut: Ich war Regionaljugendseelsorger,  Leiter des Jugendpastoralen Zentrums Tabor und Schulseelsorger an der St. Ursula Schule – alles in Hannover. Dazu kam noch der Auftrag als Diözesanministrantenseelsorger. Zusammen waren es alles Aufgaben in der Jugendpastoral, die mich sicherlich geprägt haben.

Nun freue ich mich auf meine neue Aufgabe als Pfarrer in Stade und allen dazugehörenden Orten und vor allem Menschen.

Ich werde am Anfang sicherlich viel kennen lernen dürfen und müssen. (Ich bitte jetzt schon um Entschuldigung, wenn das mit den Namen bei mir etwa länger dauert.) Ich werde aufmerksam, mit offenen Augen und Ohren, durch die Gemeinde gehen, um mich zu orientieren. Es liegt sicherlich eine spannende Zeit vor uns, die es zu gestalten gilt. Daran möchte ich gerne mitarbeiten, ohne von vornherein alles in Frage zu stellen. Veränderungen sind schließlich nur dann angebracht, wenn sie uns als Heilig-Geist-Gemeinde in eine gute Zukunft führen. Ich scheue mich aber auch nicht, das Notwendige anzupacken. Dabei stehen die Menschen im Mittelpunkt und mit ihnen Gott, der immer mit uns im Dialog sein möchte. Ihn zu erfahren, wahrzunehmen und herauszufinden, was er mit jedem Einzelnen, aber auch mit der Kirche vorhat, ist spannend und herausfordernd. Auf diesen gemeinsamen Weg möchte ich mit Ihnen und Euch gehen.

Ein letzter Gedanke und Wunsch gehört nicht nur, aber vor allem, den jungen Menschen unserer Gemeinde: Ich habe in den letzten Jahren sehr viel von Jugendlichen gelernt, das möchte ich gerne weiterhin tun. Lasst uns in Kontakt kommen, dass wir uns treffen, austauschen und voneinander erfahren, wie das Leben Euch herausfordert und was unser Glaube dabei für eine Rolle spielen kann. Dazu lade ich Euch heute schon ein.

Die Begleitung von jungen Menschen, über die Pfarrgemeinde hinaus, werde ich auch in Zukunft als Diözesanministrantenseelsorger in unserem Bistum wahrnehmen.

Und sollte ich mal unauffindbar sein, dann habe ich mich vielleicht beim Joggen verlaufen, bin auf den Bergen beim Skifahren, Wandern und Klettern oder spiele Fußball.

Mit lieben Grüßen, noch aus Hannover, und Gottes Segen für die bevorstehende Advents- und Weihnachtszeit,

Timm Keßler

Stand der Umbaumaßnahmen des Pfarrhauses Stade

Das Pfarrhaus in Stade, Timm-Kröger-Str. 16, wurde 1960 errichtet und seitdem keinen baulichen Veränderungen, nicht einmal Instandhaltungsmaßnahmen unterzogen, was einen Investitionsstau von 56 Jahren ergab:

Die Elektroinstallation ist zweiadrig (kombinierte Schutzerdung und Betriebserdung), was regelmäßig zum Auslösen der Sicherung führt, der Eingangsbereich des Pfarrhauses ist einsturzgefährdet, die Garagenabfahrt durch Spurrillen und zu große Neigung faktisch unbenutzbar, und vieles Weitere mehr. Aufgrund der Vielzahl der Mängel konnte mit einer Sanierung erst begonnen werden, wenn ein Stellenwechsel mit ausreichend langer Vakanz ansteht.

Leider waren beim vorherigen Stellenwechsel dafür keine Mittel verfügbar, da das Bistum Berlin in finanzielle Schieflage geraten war und unser Bistum Hildesheim entsprechende Subsidiaritäts-Verpflichtungen zu erfüllen hatte. Nun bot sich nach dem Weggang von Pfarrer Kaleth endlich die Gelegenheit, die bereits überfällige Sanierung des Pfarrhauses anzugehen.

Das Bistum signalisierte, dass alle Kosten eines Umbaus im Wohn- und Arbeitsbereich des künftigen Pfarrers übernommen werden sowie 80% der Kosten in dem von der Gemeinde genutzten Bereich (Büros von Pfarrsekretärin, Rendant, Gemeindereferentin, FSJler bzw. Bufdi sowie Archiv). Daher beauftragte die zuständige Gebietsarchitektin des Bistums einen Hamburger Architekten mit der Planung, wobei folgende Gesichtspunkte berücksichtigt werden sollten:

  • Die Sanitär- sowie die Heizungsinstallation sind stark überholungs-bedürftig.
  • Schadstoffhaltige Fußbodenbeläge müssen beseitigt werden.
  • Die Elektroinstallation entspricht nicht den Sicherheitsvorschriften.
  • Die Raumausnutzung im Bürobereich ist schlecht und sollte für die unterschiedlichen Bedürfnisse von Mitarbeitern und Besuchern optimiert werden.
  • Eine klare Trennung von Pfarrerwohnung und Bürobereich sollte durch separate Eingänge herbeigeführt werden.

Daraufhin erarbeitete der Architekt einen Vorschlag, dessen Kosten auf 446.733,59 € (Wohnung und Büro Pfarrer 167.560,23€, Gemeindebereich 279.173,36€) geschätzt wurden. Diese Kostenschätzung und der daraus resultierende Anteil, der von unserer Gemeinde erbracht werden muss, bildeten die Grundlage für die kurze Information im Brief mit der Bitte um Freiwilliges Kirchgeld, der an alle Haushalte der Gemeinde verschickt wurde. Der Finanzbedarf mag hoch erscheinen, jedoch konnten weder die Gebietsarchitektin noch der Kirchenvorstand Hinweise auf luxuriöse oder überflüssige Posten finden.

Schlussendlich hat das Bistum mit Schreiben vom 23.09.2016 von der ursprünglichen Zusage Abstand genommen und zunächst angeordnet, dass der künftige Pfarrer eine Mietwohnung in Stade nehmen soll und mittelfristig ein tragfähiges Gebäudekonzept durch Pfarrer, Mitarbeiter und Gremien erstellt werden muss. Diese Zwischenphase wird mehrere Jahre dauern. Welche Konsequenzen die Fortdauer von Nicht-investitionen sowie der Leerstand des Pfarrhauses haben werden, wird die Zukunft zeigen.

Ich hoffe, diese Auskünfte erhellen etwas die Umstände des inzwischen auf Eis gelegten Umbauprojektes. All denen, welche dem Aufruf des Gemeindebriefes folgten und ein Freiwilliges Kirchgeld spendeten, sei an dieser Stelle ein herzliches „Vergelt’s Gott!“ gesagt. Für das Pfarrhaus-Umbauprojekt gewidmete Spenden werden bis zur weiteren Klärung verwahrt.

Dr. Ralf Fritzsch, Vorsitzender des Kirchenvorstands.