Zeuginnen des Glaubens – „Hildegard von Bingen“

November 2022 Fortführung „Zeuginnen des Glaubens“
(Apostelin-Leuchter)
Hildegard von Bingen - Prophetin und Tischgenossin Gottes

Heilige Hilldegard von Bingen
Quelle : Pinterest.com

Hildegard von Bingen (1098 – 1179) zählt zu den bedeutungsvollsten und großartigsten Frauen, die im Mittelalter lebten. Sie ist Visionärin, Mystikerin, Kirchenpolitikerin, Theologin, Predigerin Ärztin, Dichterin, Komponistin, Künstlerin, Naturwissenschaftlerin – alles in einer Person.

Ihr ganzes Leben folgte sie der Stimme Gottes.

Die Menschen sehen in ihr eine Prophetin und eine wahre Mutter und Helferin aller am Rande der Gesellschaft Stehenden.

Mutig kritisierte sie Missstände in Kirche und Politik.

Es war eine Zeit des Umbruchs in der sie lebte. Es wurden Kreuzzüge unternommen, die Kirche spaltete sich in Ost- und Westkirche, und war stark auf Macht ausgerichtet. Die Kirchenleute hielten sich selber nicht an die gepredigten Gebote, der Kaiser kämpfte an verschiedenen Fronten für die Erhaltung und Erweiterung des Reiches, das Volk begehrte auf gegen die Kirche. In einem Brief an Kaiser Barbarossa ermahnte sie, er möge mit Barmherzigkeit regieren.

Die Sorge um die Kirche veranlasste Hildegard von Bingen die Missstände offen anzusprechen. Hildegard von Bingen erhielt den Titel: Die Prophetin vom Rhein.

Hildegard von Bingen gründete zwei Benediktinerklöster, das Kloster Rupertsberg bei Bingen leitete als Äbtissin. Klostergründungen waren zu damaliger Zeit mit großen Schwierigkeiten verbunden. Hildegard setzte sich mit unerschütterlicher Entschlossenheit gegen die Gottvergessenheit ihrer Zeit ein. In ihrem Reden und ihrem Handeln wendete sie sich gegen eine veräußerlichte Kirche, die der eigentlichen Aufgabe nicht nachkam. Mit Hilfe eines Abtes schrieb Hildegard ihre göttlichen Visionen auf und dieser nutzte eine günstige Gelegenheit die visionären Schriften dem Vatikan vorzulegen, der Papst anerkannte diese als „Stimme Gottes“ .

Hildegard war überzeugt: „Mit jedem Kind, das geboren wird, kommt Gottes Liebe zur Welt.“ Alle Menschen sind Kinder Gottes.

Die ganzheitliche Sicht von Hildegard auf Gott, Welt und Mensch, in der Himmel und Erde, Glaube und Kosmos, Heils- und Heilkunde eine untrennbare Einheit bilden, haben damals wie heute volle Gültigkeit. Ihre Schriften über Gesundheit und Krankheit sind immer noch aktuell.

Hildegard verkündete die Frohe Botschaft und lebte mit unerschütterlicher Zivilcourage in der Nachfolge Jesus Christus.

Am 17. September 1179 verstarb die stets schwächliche Frau doch im hohen Alter von 81 Jahren.

Viele Parallelen der Zeit Hildegards können wir heute ziehen – auch wir leben in einer Zeit des Umbruchs, Missstände in der Kirche, Krieg und Unterdrückung in vielen Länder. Hildegards Einstellung „Ich kenne kein anderes Leben“ ruft uns im 21. Jahrhundert auf ihr Handeln mutig und im Vertrauen auf Gott zu folgen.

„Das Licht vom Lichte leuchte in dir.“
Der Wunsch von Hildegard gilt auch uns heute Lebenden.

Erst im 20. Jahrhundert wird Hildegard als Kirchenlehrerin anerkannt.

Gedenktag 17. September

Quelle: https://www.logo-buch.de/downloads/arbeitshilfen/logo-aktiv-hildegard-von-bingen.pdf