Gott lenkt die ungewissen Lose

Gestern Abend in der Krypta von Heilig Geist: Zwölf Menschen feiern die Spätschichtmesse in der Fastenzeit am Festtag des Apostels Matthias, zugleich Namenstag unseres Pfarrers Matthias Kaleth. Nach dem Evangelium hören wir Auszüge aus einer Predigt von Karl Kardinal Lehmann über die Erwählung des Apostels, gehalten vor einem Jahr im Hildesheimer Mariendom.

Man lässt schließlich Gott die Wahl. Er selbst muss in ein solches Amt berufen. Es gibt keine Kampfabstimmung. Er kennt am besten die Abgründe der Menschen. Er ist – ein wichtiger Name Gottes ab jetzt – „der Herzenskenner“ (vgl. auch Apg 15,8): er kennt die innere Ausrichtung der Menschen. Es ist auch kein blindes Vertrauen auf das „Los“. Im Gegenteil: Wie immer es mit dem Losverfahren genauer zuging, zuerst betet die Gemeinde intensiv. „Herr, du kennst die Herzen aller; zeige, wen von diesen beiden du erwählt hast, diesen Dienst und dieses Apostelamt zu übernehmen.“ (1,24.25) Dieses Gebet ist zentral. In seiner Mitte ist von der Erwählung die Rede, also ein personales Geschehen.

Das Losverfahren gibt Gott seine Freiheit und achtet auf seine Souveränität sowie sein Recht. Gott selbst wird eine letzte, von menschlichem Einfluss freie Wahl im Sinne einer raschen, einfachen und unparteiischen Entscheidung (vgl. auch Spr 16,33) eingeräumt. Gott lenkt die ungewissen Lose.

Nach der Messe schließlich brechen wir das Fasten mit Käsehäppchen, Nürnberger Würstchen und Rotwein auf das Wohl unseres Pfarrers und, wie er es formuliert, die Apostolizität der Kirche.