Gott und Gold

Liebe Gemeinde,

„Gott und Gold“ ist die Überschrift des diesjährigen Hungertuches von dem chinesischen Künstler Dao Zi. Das Bild nimmt uns mit auf den steilen Weg der Reduktion. Auch unsere Augen sollen gewissermaßen neue Sichtweisen entdecken, um das Wort der Bergpredigt „Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz“ wirken zu lassen.

Gerade die Zeit der vierzig Tage sind eine Einladung zur Unterbrechung, um das Wesentliche neu zu entdecken. Auch die Zehn Gebote können uns in neuer Formulierung von Andreas Knapp an die Essenz des Glaubens erinnern, wenn er z. B. das Sonntagsgebot ausdrückt in den Worten: „Schenke dem andern und dir einen Tag gratis“. Es ist der Tag, wo wir im Gottesdienst danken und bitten dürfen, bundesgemäß zu leben: etwa jenen zu danken, denen wir das Leben verdanken, oder die Liebe der anderen zu achten, oder nicht krampfhaft von etwas Besitz ergreifen zu wollen.

Auf dem Hungertuch fallen sieben kleine Goldbrocken auf, über die Ricarda Moufang meditiert: „Über sieben Brücken muss ich gehen und hinter den sieben Bergen siebenundsiebzig Mal vergeben. Im verflixten siebten Jahr rüttle ich an den Grundfesten und führe die sieben Geißlein zum Wolf. Im siebten Jahrzehnt, am siebten Tag des siebten Monats, lege ich ab meine Last endlich fluchlos ab im siebten Himmel.“

Im Gotteslob finden Sie in dem Abschnitt Nr. 29 „Den Glauben leben“ geeignete Gedanken, die Sie in dieser Zeit begleiten können. Seien Sie aber auch herzlich eingeladen zu den Gottesdiensten, Früh- und Spätschichten, den Fastenessen oder Kreuzwegandachten.

Erfüllte Tage auf Ostern hin wünscht Ihnen allen
Ihr Seelsorger Matthias Kaleth

Bild: Das MISEREOR-Hungertuch 2015 „Gott und Gold – Wie viel ist genug?“ von Dao Zi © MISEREOR