Ökumenische Friedensandachten 2016: „Kriegsspuren“

In diesem Jahr geht es in den täglichen Friedensandachten um die Ursache dafür, dass so viele Menschen ihre Heimat verlassen:

Es geht um Krieg.

Krieg hinterlässt Spuren an einstmals blühenden Städten, an uralten Zeugnissen der Vergangenheit und natürlich an den Menschen. Sie sind es, die für die militärischen Auseinander-setzungen den höchsten Preis zahlen. Sie müssen nicht nur mit den körperlichen Wunden, sondern auch den seelischen Verletzungen weiterleben.

Wir laden Sie alle täglich vom 7. – 15. November in die Cosmae-Kirche ein, mit uns gemeinsam eine halbe Stunde lang über Kriegsfolgen nachzudenken, zu beten und zu singen – jeweils um 18.00 Uhr.

Den Abschluss bildet der Buß- und Bettagsgottesdienst am 16. November, ebenfalls um 18.00 Uhr in St. Cosmae. Wieder gestalten Vertreter der Stader Kirchengemeinden diese Andachtsreihe.

Pastor Stefan Warnecke

Gotteslob Nr. 336 „Jesus lebt, mit Ihm auch ich“

Der Monat November wird von den meisten Menschen nicht geschätzt. Die Tage werden immer kürzer, da kommt mehr als sonst der Gedanke an die Vergänglichkeit in uns hoch. So denken wir in diesem Monat besonders an unsere Verstorbenen. Aber der erste Tag des November –das Fest Allerheiligen – macht deutlich, dass wir trotz der Vergänglichkeit für die Zukunft Hoffnung haben. Gott ruft uns durch den Tod hindurch zu einem ewigen Leben in Seiner Nähe. Das dürfen wir glauben, weil Jesus Seinen Tod überwunden hat durch Seine Auferstehung. Und Er versichert uns: „Wer an mich glaubt, wird leben in Ewigkeit.“ Weil unser Tod vom Leben unseres Gottes Jesus Christus umfangen ist, wollen wir als Monatslied ein Osterlied bedenken: „Jesus lebt, mit Ihm auch ich“.  Dieses Lied stand schon in unserem bisherigen Gesangbuch (831). Es findet sich nun im Hauptteil, allerdings mit einer anderen Melodie. Warum hat man nicht die Melodie gewählt, die das Evangelische Gesangbuch bietet? Da das Lied bei unseren Glaubensbrüdern sehr bekannt zu sein scheint, könnte man es leichter bei Beerdigungen singen, wo häufig Menschen unterschiedlicher Konfessionen zusammentreffen.

Das Lied „Jesus lebt“ entfaltet die christliche Osterbotschaft in vier Strophen. Jede Strophe endet mit dem gleichen Vers „dies ist meine Zuversicht“.                                                                                      Die erste Strophe spricht davon, dass Jesus auferstanden ist und wir Glaubenden aus der Hoffnung leben dürfen, dass auch wir auferweckt werden.

Strophe 2 verkündet, dass Jesus der Herr der Welt ist. Wir dürfen teilhaben an der Herrschaft Christi.

Strophe 3: Welche Schwierigkeiten uns in dieser Welt auch begegnen, wir dürfen sicher sein, dass Gott in seiner  Treue uns nicht verlässt.

Strophe 4: Der Tod, dem wir nicht entrinnen können, ist nicht die alles bestimmende Macht. Der auferstandene Jesus ist der, dem wir unser Herz schenken. ER gibt uns Trost in der Hoffnung auf das ewige Leben.

Der Dichter des Liedes ist Christian Fürchtegott Gellert (1715 – 1769), der einer Pfarrersfamilie aus dem sächsischen Erzgebirge entstammte. Er studierte Theologie; aber wegen schwacher Gesundheit wurde er nicht Pfarrer, sondern hielt als Professor in Leipzig Vorlesungen über Philosophie, Dichtkunst, Beredsamkeit und Moral. Johann Wolfgang von Goethe schreibt über ihn: „Die Verehrung und Liebe, die Gellert von allen jungen Leuten genoss, war außerordentlich.“

Die Liedfassung des jetzigen Gesangbuches stammt von Albert Höfer (1802 – 1857), einem Priester aus dem Bistum Augsburg. An anderer Stelle unseres „Gotteslob“ tritt er auch als Textdichter auf (GL 802: „Herr der Könige der Erde“). Die Melodie entspricht gut dem Inhalt: Die  Worte „lebt“ und „Tod“ werden durch einen Quartsprung von den Vorhergehenden abgehoben. Und der höchste Ton der Melodie kommt nur einmal vor im Wort „Zuversicht“. An einigen Stellen gibt es Achtelnoten; dreimal kommt die punktierte Viertelnote vor. Das verleiht dem Lied einen großen Schwung, erfordert aber am Anfang vom Sänger besondere Aufmerksamkeit.

Eberhard Laufköter, Pfarrer