Zwei Jubiläen – Ein Projekt: „Worte bewegen“

Die ökumenische Projektgruppe „Wir – die Kirchen“ verbindet das 1200-jährige Jubiläum des Bistums Hildesheim (2015) mit dem 500-jährigen Jahrestag der Reformation (2017) durch unterschiedliche Veranstaltungen. Die Kirchen an der Unterelbe feiern sie ökumenisch. Das Projekt beginnt in unserem Dekanat mit dem Besuch des kath. Bischofs Norbert Trelle am 11. Juli 2015 in Harsefeld. Es endet mit dem Besuch des ev. Landesbischofs von Hannover Ralf Meister am 2. September 2017 in Stade.

In diesem Rahmen plant unsere Kirchengemeinde zusammen mit der evangelischen Gemeinde aus Himmelpforten die Teilnahme und Mitgestaltung der Aktion „WORTE bewegen ORTE“.
Die Vorbereitung findet am 3. September 2015 um 19 Uhr im Gemeindehaus in Himmelpforten statt. Wir wollen uns thematisch und gestalterisch mit folgendem Bibeltext auseinandersetzen: Johannes 4,1-42 „Lebendiges Wasser – Jesus und die Frau am Jakobsbrunnen“. Der Bibeltext wird Grundlage des kath. Gottesdienstes sein, der am 13. September um 10.00 Uhr in der Heilig-Geist-Kirche in Stade gefeiert wird.

Nach dem Gottesdienst wird es einen kleinen Imbiss geben, so dass wir gestärkt den gestalteten Bibeltext zu Fuß von Stade nach Himmelpforten bringen können, der dort ein Bestandteil des monatlich um 17.00 Uhr stattfindenden Punkt5-Gottesdienstes wird. Außerdem erwartet uns das dortige Gemeindefest, bei dem wir willkommen sind.

Hiermit sind alle herzlich eingeladen, an der Vorbereitung und / oder an der Wanderung von Stade nach Himmelpforten teilzunehmen. Anmeldungen nimmt das Pfarrbüro entgegen. Ab Ende Juli/August werden auch Listen in der Kirche ausliegen, in die sich Interessierte eintragen können.

Bei Fragen und Anregungen bitte immer gerne an Hiltrud Gold wenden (04144-616293)!

„Weil der Mensch im Bilde Gottes erschaffen ist“

Liebe Gemeindemitglieder und Gäste,

Rabbi Rafael fragte seinen Lehrer: „Warum gleicht kein Menschenantlitz dem andern?“ Rabbi Pinchas erwiderte: „Weil der Mensch im Bilde Gottes erschaffen ist. Jeder saugt die göttliche Lebenskraft von einem anderen Ort, und alle zusammen sind sie der Mensch. Darum sind ihre Antlitze verschieden.“

Martin Buber, dessen 50. Todestag im Juni  anstand, hat uns die Geschichten der Chassidim nahe gebracht und anschaulich gemacht. Mit Blick auf unser 1200-jähriges Bistumsjubiläum kann man sagen, dass jeder Mensch Gottes heiliges Experiment ist. Wie kann der Glaube neu an Attraktivität gewinnen? Wie können wir Menschen, die „religiös unmusikalisch“ sind, erreichen? Das sind Fragen, die zu allen Zeiten bewegen.

1200 km durchs Bistum: Ungefähr 50 Pilgernde machen vom 27-28. Juli auf ihrer Radtour in St. Josef Station. Wer dazu beitragen möchte, dass sie gastlich aufgenommen werden, kann gerne dabei sein und mithelfen, vielleicht einen Salat oder Kuchen bereiten. Listen werden ausliegen.

Unsere Hütte in St. Josef, die mit Hilfe des Technologiezentrums Stade errichtet worden ist, bietet Gruppen in St. Josef gute Möglichkeiten zu Erzählgemeinschaften am Lagerfeuer. Die Pfadfinder haben den Platz hinter den Garagen stilvoll hergerichtet und machen selbst schon reichlich Gebrauch davon.

In Anknüpfung an Paul Gerhardt schreibt Lothar Steiger zur Theologie der Hütte: „Mein Herz sei deine Hütte, arme Hütte für den Schatz, so redet eine verliebte Seele, nicht wahr, die sich daran erinnert, dass die erste Liebe so war. Glanz in der Hütte. Der wandernde Gott ohne Haus in der Laubhütte. Selbst am Ende der Tage im himmlischen Jerusalem, der hochgebauten Stadt, nach der mein Herz so groß Verlangen hat, die geschmückt ist mit Edelsteinen, ergeht der Ruf des Sehers: ‚Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen’.“ (Offb 21,3).

Eine Freudenbotschaft für St. Michael ist die Zusage des Diözesan-kirchensteuerrates, die Dacherneuerung in St. Michael mit 100.000 € zu bezuschussen; ca. 38.000 müssen durch Spenden, den Förderverein und durch Rücklagen  finanziert werden.

Ferienzeit miteinander zu gestalten ist noch möglich für einige Kinder und Jugendliche im Alter von 8 – 13 Jahren durch die Fit-For-Fair-Tage vom 23.-27. August in St. Josef (siehe gelbe Anmeldeformulare). 

„Willst du mit mir gehen?“  Gottes Wort möchte uns bewegen, aber auch immer wieder mahnen innezuhalten. Ein Bibelwort, das auf einer Bank gestaltet ist, die zum Verweilen einlädt, sowie auf einer DIN A3-Doppelseite, ist ein ökumenisches Projekt in unserem ganzen Landkreis.

Der ökumenische Kreis in Himmelpforten lädt uns am 13. September nach unserem Gottesdienst  zu einem Bibelweg nach Himmelpforten ein (Nähere Infos: Fam. Gold, Tel. 04144/616293).

Ihnen allen, wo auch immer Sie den Sommer verbringen, wünsche ich  erholsame Stunden!

Ihr Seelsorger Matthias Kaleth

Frauenpilgertag am 4. Juli

„In Gott zu Hause“ – diese Worte  ziehen sich wie ein roter Faden durch das Leben von Andrea Schwarz. Ihre Texte werden die Pilgerinnen am Frauenpilgertag begleiten.

In unserem Dekanat ist der Treffpunkt für den gemeinsamen Pilgerweg Fischbeker Heide / Neu Wulmstorf um 14 Uhr in St. Josef, Querweg 8, Neu Wulmstorf. Rückkehr gegen 18.00 Uhr.

Nähere Informationen  bei:

Renate Vornholt, Tel. 04141/411633,

Mail: gemeindereferentin@heilig-geist-stade.de

Monatslied Juni 2015: Preise, Zunge, das Geheimnis GL 493

Das Lied, das sich für den Monat Juni als Monatslied anbietet, gehört zum Fronleichnamsfest. Es ist von dem großen Theologen des Spätmittelalters, Thomas von Aquin, zum ersten Fronleichnamsfest (1264) gedichtet. In dichterischer Sprache betrachtet er das Geheimnis der Eucharistie und möchte uns einladen, dass auch wir uns dahinein versenken.

Thomas hat sich für seinen Hymnus vom Passionshymnus des Venantius Fortunatus (535 bis 600) anregen lassen, und er beginnt ihn mit den gleichen Worten: Pange, lingua, gloriosi… Unser Gesangbuch bietet den Fronleichnamshymnus im Original     (GL 494) und in einer Übersetzung von Liborius Olaf Lumma. Es gibt viele deutsche Übersetzungen; alle standen vor der Schwierigkeit, einerseits die großartige Dichtung und andererseits die hohe Theologie des Verfassers in dem Text auszudrücken. Aber entweder haben sie mehr auf den dichterischen Ausdruck geachtet und dabei die theologischen Feinheiten unbeachtet gelassen, oder sie haben die Theologie korrekt ausgedrückt und schufen einen Text, der nicht singbar war. Der jetzige Text ist bislang der beste, der beiden Ansprüchen genügt.

Str. 1 fordert uns auf, das große Geheimnis des Leibes und Blutes zu künden, das Gott uns in den Zeichen von Brot und Wein geschenkt hat. In diesen Gaben begegnet uns der aus Maria geborene Jesus Christus, der bis in Ewigkeit herrscht.

Str. 2 fasst das Leben und Werk Jesu im großen Überblick zusammen: Gottes Sohn, geboren aus der Jungfrau Maria, Mensch geworden, unter Menschen das Wort Gottes verkündigend, bis Er am Ende Seines Lebens das große Wunder der Eucharistie schenkt.

Str. 3 und 4 gehen diesem „Wunder der Liebe“ nach: dem Abendmahl, in dem sich der Herr den Seinen als Speise schenkt. Das Fleisch gewordene Wort schafft aus dem Brot das wahre Fleisch Jesu und Sein Blut. Dieses Geheimnis ist nicht mit den Sinnen zu begreifen, sondern kann nur mit bereitem Herzen geglaubt und begriffen werden.

Str. 5 fordert uns auf zur Anbetung dieses Geheimnisses, das über den Alten Bund hinausgeht.

Str. 6 schließt mit der in allen Hymnen üblichen Doxologie, dem Lobpreis auf den dreifaltigen Gott.

Die letzten beiden Strophen 5 und 6 werden nach alter Tradition vor dem eucharistischen Segen gesungen. Sie sind eigens abgedruckt unter den Nummern 496 und 883. Beim eucharistischen Segen folgt dann noch ein Gebet, das sich unter der Nr. 592, 4 findet.

Das neue Monatslied ist uns zwar nicht unbekannt. Aber viele tun sich schwer damit. Dieses Lied unterscheidet sich von vielen Gesängen dadurch, dass es keine Notenhälse hat. Es ist ein Hymnus , der ganz und gar vom Wort bestimmt ist. Wenn wir sprechen haben unsere Worte unterschiedliche Dauer. Das gilt auch bei diesem Gesang. Um ihn richtig singen zu können, muss man sich dem Fluss der Worte überlassen. Der Hymnus wird durch keinen Takt bestimmt; und man darf ihn nicht Note für Note singen, dann verunstaltet man ihn. Beim Singen muss man den Wortakzent beachten. Den meisten Silben entspricht jeweils nur eine Note, an wenigen Stellen begegnen uns Zweier- und Dreiergruppen; hier hat immer die letzte Note die Betonung. Das Lied verlangt flüssiges Singen. Erst dann entdeckt man seine Schönheit.

Eberhard Laufköter, Pfarrer