Monatslied Juli/August 2015: „Der Herr hat mich gesehen“

Die Suche nach einem Monatslied war dieses Mal nicht so einfach. Es gab keinen Anlass in der Feier des Kirchenjahrs, zu dem ein entsprechendes Lied ausgesucht werden musste. Da stieß ich mehr oder weniger zufällig auf das Lied „Der Herr hat mich gesehen“. Es ist auf eine bekannte Melodie zu singen zu einem uns bekannten Lied des gleichen Dichters Huub Osterhuis („Ich steh vor Dir mit leeren Händen, Herr“ – GL 422). Es stammt also von einem Zeitgenossen. Er verwendet in seinem Gedicht im Grunde genommen lauter biblische Bilder.

Aber nie kommt es einem vor, dass es sich um alte Bilder handelt. Er versteht es, so zu dichten, dass wir meinen, sie stammten aus unserer Zeit. Da wird deutlich, wie aktuell das Wort Gottes ist. Vielleicht ist das auch der Grund, dass die Lieder von Osterhuis einen großen Kreis von Hörern und Sängern gefunden haben. Und ich wünsche uns, dass wir auch dieses Lied für uns „erobern“. Im Lied des Monats Mai haben wir eine Dichtung kennen gelernt, die poetische Bilder wählt, die sehr subjektiv geprägt sind. Im Lied für Juli/ August stammen alle Bilder aus der Heiligen Schrift. Auch wenn sie also uralt sind, hindert das nicht, sie eigentlich sofort zu verstehen.

Strophe 1 spricht davon, dass uns über Nacht neues Leben geschenkt wurde; Gottes Zuwendung können wir uns nicht erarbeiten. Er schenkt sie uns unverdient. Die Theologie hat dafür den Begriff „Gnade“ geprägt. Im Gleichnis von der selbst wachsenden Saat (Evangelium des 11. Jahressonntags) heißt es von dem Sämann „und der Mann weiß nicht, wie (das Wunder des Wachsens geschieht)“. In der Strophe 3 ist von Schlaf und Traum die Rede – auch Bilder, die das Unerwartete ausdrücken.

Strophe 2: Unser Leben mit Gott ist Geschenk, es geht nicht aus von uns, sondern ER ist es, der an uns handelt. Das steht betont am Anfang dieser Strophe: Seine Liebe sucht uns: das drücken die Bilder aus :„in Deine Hand geschrieben“ ( Jes 49, 16) – „sein Wohnen in uns wie in einem Zelt“ (Ps 27,5)- „er pflanzt sein eigenes Leben in uns wie einen Baum“ (Ps 1) – „er spielt mit uns; er hat uns als Braut erwählt“ (Jes 62,5).

Strophe 3: Durch Seinen Gnadensegen werden wir fruchtbar (Jes 55,11), sein Pfingsthauch will auch uns ergreifen (Apg 2,4).
Strophe 4: Aus der Dürre der Wüste führt Er uns zum Leben; wie Er damals Seinem Volk voranging, ist Er auch heute bei uns und verlässt uns nicht. Er schenkt einen neuen Morgen (Klg 3, 23).
Strophe 5: Gott wirbt um Arbeiter für Seinen Weinberg (Mt 20,1), das ist uns nicht unbekannt; aber ganz ungewöhnlich ist das Bild, dass Er um unsere Hand anhält, es ist wahrlich unglaublich, wie Gott sich um uns bemüht. Kann man das schöner ausdrücken, als es hier geschieht?

Strophe 6: Es wird noch einmal zusammengefasst, welches Geschenk Gott uns macht, wenn Er auf uns zugeht. Es geht Ihm nicht um sich, sondern Er hat unser Heil im Blick („für uns und zu unserem Heil ist er vom Himmel gekommen“ – Credo – GL 586), damit wir nicht in Verzweiflung enden.

Das hier besprochene Monatslied kann vielfältig eingesetzt werden. Da die Melodie uns gut bekannt ist, wird es sicher bald zu unserem geistigen Eigentum werden.

Pfarrer Eberhard Laufköter

Fahrradtour nach Hechthausen am 5. Juli

Am Sonntag, dem 5. Juli 2015
sind “Groß und Klein” zu einer Fahrradtour
nach Hechthausen eingeladen.

10.30 Uhr Start bei St. Josef vor dem Eingang des Gemeindehauses
11.30 Uhr Mittagspicknick in Himmelpforten bei Familie Gold
Jeder bringe bitte etwas für das gemeinsame Picknick mit – gern
auch zum Teilen, sowie Getränke
13.00 Uhr Abfahrt mit Ziel Hechthausen
14.30 Uhr feiern wir Gottesdienst in der St. Nikolaus Kapelle
15.30 Uhr fahren wir zurück nach Himmelpforten
Dort ist Kaffeepause, wir sind eingeladen bei Familie Haneke.
17.00 Uhr Weiterfahrt – letzte Etappe nach Stade
18.00 Uhr Rückkehr in Stade

Wem die ganze Fahrt – Hin und Rückweg – zu anstrengend ist, der kann
Teilstrecken auch mit dem Metronom zurücklegen – oder/und unterwegs
dazu stoßen.

Metronom von Himmelpforten nach Stade um 16:50 oder 17:50 Uhr
Fahrkarte Gruppe 5 Personen/Tag 11,20 Euro (1 Ew+3 Kinder 6,00 Euro)
Fahrradtageskarte 3,50 Euro pro Person
Einfache Fahrt Erwachsener 3,10 Euro Kind 1,10 Euro

Anmeldungen werden erbeten über das Pfarrbüro oder
Renate Vornholt
Tel. 0 41 41 / 41 16 33
gemeindereferentin@heilig-geist-stade.de

Zwei Jubiläen – Ein Projekt: „Worte bewegen“

Die ökumenische Projektgruppe „Wir – die Kirchen“ verbindet das 1200-jährige Jubiläum des Bistums Hildesheim (2015) mit dem 500-jährigen Jahrestag der Reformation (2017) durch unterschiedliche Veranstaltungen. Die Kirchen an der Unterelbe feiern sie ökumenisch. Das Projekt beginnt in unserem Dekanat mit dem Besuch des kath. Bischofs Norbert Trelle am 11. Juli 2015 in Harsefeld. Es endet mit dem Besuch des ev. Landesbischofs von Hannover Ralf Meister am 2. September 2017 in Stade.

In diesem Rahmen plant unsere Kirchengemeinde zusammen mit der evangelischen Gemeinde aus Himmelpforten die Teilnahme und Mitgestaltung der Aktion „WORTE bewegen ORTE“.
Die Vorbereitung findet am 3. September 2015 um 19 Uhr im Gemeindehaus in Himmelpforten statt. Wir wollen uns thematisch und gestalterisch mit folgendem Bibeltext auseinandersetzen: Johannes 4,1-42 „Lebendiges Wasser – Jesus und die Frau am Jakobsbrunnen“. Der Bibeltext wird Grundlage des kath. Gottesdienstes sein, der am 13. September um 10.00 Uhr in der Heilig-Geist-Kirche in Stade gefeiert wird.

Nach dem Gottesdienst wird es einen kleinen Imbiss geben, so dass wir gestärkt den gestalteten Bibeltext zu Fuß von Stade nach Himmelpforten bringen können, der dort ein Bestandteil des monatlich um 17.00 Uhr stattfindenden Punkt5-Gottesdienstes wird. Außerdem erwartet uns das dortige Gemeindefest, bei dem wir willkommen sind.

Hiermit sind alle herzlich eingeladen, an der Vorbereitung und / oder an der Wanderung von Stade nach Himmelpforten teilzunehmen. Anmeldungen nimmt das Pfarrbüro entgegen. Ab Ende Juli/August werden auch Listen in der Kirche ausliegen, in die sich Interessierte eintragen können.

Bei Fragen und Anregungen bitte immer gerne an Hiltrud Gold wenden (04144-616293)!

„Weil der Mensch im Bilde Gottes erschaffen ist“

Liebe Gemeindemitglieder und Gäste,

Rabbi Rafael fragte seinen Lehrer: „Warum gleicht kein Menschenantlitz dem andern?“ Rabbi Pinchas erwiderte: „Weil der Mensch im Bilde Gottes erschaffen ist. Jeder saugt die göttliche Lebenskraft von einem anderen Ort, und alle zusammen sind sie der Mensch. Darum sind ihre Antlitze verschieden.“

Martin Buber, dessen 50. Todestag im Juni  anstand, hat uns die Geschichten der Chassidim nahe gebracht und anschaulich gemacht. Mit Blick auf unser 1200-jähriges Bistumsjubiläum kann man sagen, dass jeder Mensch Gottes heiliges Experiment ist. Wie kann der Glaube neu an Attraktivität gewinnen? Wie können wir Menschen, die „religiös unmusikalisch“ sind, erreichen? Das sind Fragen, die zu allen Zeiten bewegen.

1200 km durchs Bistum: Ungefähr 50 Pilgernde machen vom 27-28. Juli auf ihrer Radtour in St. Josef Station. Wer dazu beitragen möchte, dass sie gastlich aufgenommen werden, kann gerne dabei sein und mithelfen, vielleicht einen Salat oder Kuchen bereiten. Listen werden ausliegen.

Unsere Hütte in St. Josef, die mit Hilfe des Technologiezentrums Stade errichtet worden ist, bietet Gruppen in St. Josef gute Möglichkeiten zu Erzählgemeinschaften am Lagerfeuer. Die Pfadfinder haben den Platz hinter den Garagen stilvoll hergerichtet und machen selbst schon reichlich Gebrauch davon.

In Anknüpfung an Paul Gerhardt schreibt Lothar Steiger zur Theologie der Hütte: „Mein Herz sei deine Hütte, arme Hütte für den Schatz, so redet eine verliebte Seele, nicht wahr, die sich daran erinnert, dass die erste Liebe so war. Glanz in der Hütte. Der wandernde Gott ohne Haus in der Laubhütte. Selbst am Ende der Tage im himmlischen Jerusalem, der hochgebauten Stadt, nach der mein Herz so groß Verlangen hat, die geschmückt ist mit Edelsteinen, ergeht der Ruf des Sehers: ‚Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen’.“ (Offb 21,3).

Eine Freudenbotschaft für St. Michael ist die Zusage des Diözesan-kirchensteuerrates, die Dacherneuerung in St. Michael mit 100.000 € zu bezuschussen; ca. 38.000 müssen durch Spenden, den Förderverein und durch Rücklagen  finanziert werden.

Ferienzeit miteinander zu gestalten ist noch möglich für einige Kinder und Jugendliche im Alter von 8 – 13 Jahren durch die Fit-For-Fair-Tage vom 23.-27. August in St. Josef (siehe gelbe Anmeldeformulare). 

„Willst du mit mir gehen?“  Gottes Wort möchte uns bewegen, aber auch immer wieder mahnen innezuhalten. Ein Bibelwort, das auf einer Bank gestaltet ist, die zum Verweilen einlädt, sowie auf einer DIN A3-Doppelseite, ist ein ökumenisches Projekt in unserem ganzen Landkreis.

Der ökumenische Kreis in Himmelpforten lädt uns am 13. September nach unserem Gottesdienst  zu einem Bibelweg nach Himmelpforten ein (Nähere Infos: Fam. Gold, Tel. 04144/616293).

Ihnen allen, wo auch immer Sie den Sommer verbringen, wünsche ich  erholsame Stunden!

Ihr Seelsorger Matthias Kaleth