Kinderbibeltage – Feeling für Gott

16. und 17. Oktober 2015 in St. Josef mit Übernachtung in der Josefsherberge

Beginn: Freitag 16.00 Uhr

Ende: Samstag 18.00 Uhr

Feeling für Gott

weil die Sinne uns nicht täuschen

 Ohne unsere Sinnesorgane würden wir von der Welt ziemlich wenig mitbekommen.

Gott erfahren wir auch über Sinne: seine Schöpfung ist sichtbar, sein Wort ist hörbar, seine Zuwendung ist fühlbar…

Seid Ihr neugierig geworden? Dann meldet Euch an:

Pfarrbüro Heilig Geist , Telefon : 62602                            

Monatslied Juni 2015: Preise, Zunge, das Geheimnis GL 493

Das Lied, das sich für den Monat Juni als Monatslied anbietet, gehört zum Fronleichnamsfest. Es ist von dem großen Theologen des Spätmittelalters, Thomas von Aquin, zum ersten Fronleichnamsfest (1264) gedichtet. In dichterischer Sprache betrachtet er das Geheimnis der Eucharistie und möchte uns einladen, dass auch wir uns dahinein versenken.

Thomas hat sich für seinen Hymnus vom Passionshymnus des Venantius Fortunatus (535 bis 600) anregen lassen, und er beginnt ihn mit den gleichen Worten: Pange, lingua, gloriosi… Unser Gesangbuch bietet den Fronleichnamshymnus im Original     (GL 494) und in einer Übersetzung von Liborius Olaf Lumma. Es gibt viele deutsche Übersetzungen; alle standen vor der Schwierigkeit, einerseits die großartige Dichtung und andererseits die hohe Theologie des Verfassers in dem Text auszudrücken. Aber entweder haben sie mehr auf den dichterischen Ausdruck geachtet und dabei die theologischen Feinheiten unbeachtet gelassen, oder sie haben die Theologie korrekt ausgedrückt und schufen einen Text, der nicht singbar war. Der jetzige Text ist bislang der beste, der beiden Ansprüchen genügt.

Str. 1 fordert uns auf, das große Geheimnis des Leibes und Blutes zu künden, das Gott uns in den Zeichen von Brot und Wein geschenkt hat. In diesen Gaben begegnet uns der aus Maria geborene Jesus Christus, der bis in Ewigkeit herrscht.

Str. 2 fasst das Leben und Werk Jesu im großen Überblick zusammen: Gottes Sohn, geboren aus der Jungfrau Maria, Mensch geworden, unter Menschen das Wort Gottes verkündigend, bis Er am Ende Seines Lebens das große Wunder der Eucharistie schenkt.

Str. 3 und 4 gehen diesem „Wunder der Liebe“ nach: dem Abendmahl, in dem sich der Herr den Seinen als Speise schenkt. Das Fleisch gewordene Wort schafft aus dem Brot das wahre Fleisch Jesu und Sein Blut. Dieses Geheimnis ist nicht mit den Sinnen zu begreifen, sondern kann nur mit bereitem Herzen geglaubt und begriffen werden.

Str. 5 fordert uns auf zur Anbetung dieses Geheimnisses, das über den Alten Bund hinausgeht.

Str. 6 schließt mit der in allen Hymnen üblichen Doxologie, dem Lobpreis auf den dreifaltigen Gott.

Die letzten beiden Strophen 5 und 6 werden nach alter Tradition vor dem eucharistischen Segen gesungen. Sie sind eigens abgedruckt unter den Nummern 496 und 883. Beim eucharistischen Segen folgt dann noch ein Gebet, das sich unter der Nr. 592, 4 findet.

Das neue Monatslied ist uns zwar nicht unbekannt. Aber viele tun sich schwer damit. Dieses Lied unterscheidet sich von vielen Gesängen dadurch, dass es keine Notenhälse hat. Es ist ein Hymnus , der ganz und gar vom Wort bestimmt ist. Wenn wir sprechen haben unsere Worte unterschiedliche Dauer. Das gilt auch bei diesem Gesang. Um ihn richtig singen zu können, muss man sich dem Fluss der Worte überlassen. Der Hymnus wird durch keinen Takt bestimmt; und man darf ihn nicht Note für Note singen, dann verunstaltet man ihn. Beim Singen muss man den Wortakzent beachten. Den meisten Silben entspricht jeweils nur eine Note, an wenigen Stellen begegnen uns Zweier- und Dreiergruppen; hier hat immer die letzte Note die Betonung. Das Lied verlangt flüssiges Singen. Erst dann entdeckt man seine Schönheit.

Eberhard Laufköter, Pfarrer

Neuer Cursillo

Umkehr gehört zum Leben der Christen seit jeher dazu wie die Kurskorrektur bei einem Schiff, das über das Meer fährt.

Dazu fordert Jesus schon zu Beginn seines öffentlichen Auftretens auf; damit beginnt Martin Luther im Jahr 1517 seine 95 Thesen; das lesen wir weit ausgeführt in der ersten Enzyklika „Evangelii gaudium“ unseres jetzigen Papstes Franziskus.

Dazu lädt auch der Kurs des Cursillo ein, der von Do., 4. Juni abends bis So., 7. Juni nachmittags im Niels-Stensen-Haus in Reinbek stattfindet. Er hat eine eigene Erlebnisqualität, in der das Wesentliche des Christentums vermittelt wird – über die erlebte Gemeinschaft und das hervorgebrachte Zeugnis des Glaubens. Das wirkt intensiver, lebendiger und überzeugender als bloße Lektüre eines religiösen Buches oder das Hören einer Predigt.

Über Ziel, Inhalt und Aufbau des Cursillo informieren die am Schriftenstand ausliegenden Flyer. Wer noch mehr wissen will möge sich an mich wenden als Mitglied des Cursillo-Leitungsteams der Erzdiözese Hamburg, das den Kurs vorbereitet und durchführt.

Pfarrer Oskar Rauchfuß

Monatslied Mai 2015: „Ein schöne Ros‘ im heil‘gen Land“ (GL 891)

Der Frühlingsmonat Mai hat immer wieder Menschen eingeladen, ihre Erfahrungen und Gefühle in dichterischer Form auszudrücken. Im kirchlichen Bereich hat das zu vielen Dichtungen geführt, die von der Gottesmutter Maria handeln; und schließlich ist der Monat ihr in besonderer Weise geweiht worden.

Viele nüchterne Menschen halten die Lieder, die Maria gewidmet sind, für zu gefühl-voll. Wenn man sich klarmacht, dass unsere Sprache nicht nur bestimmte Tatsachen mitteilen möchte, sondern auch die Fähigkeit hat, Gefühle auszudrücken – Staunen, Enttäuschung, Trauer, Glück, Erfahrung von Liebe – kann man zu diesen Liedern vielleicht eine Beziehung bekommen. Das ist ja wohl die größte Möglichkeit menschlichen Sprechens, dass es auch das Innere, Unsagbare ins Wort hebt.

Wenn wir äußere Sachverhalte mitteilen, beurteilen wir die Aussagen nach den Kategorien wahr oder falsch.

Wenn wir innere Vorgänge ins Wort setzen, reicht diese Einteilung nicht. In diesem Falle kann der Angesprochene die Aussage nicht als wahr oder falsch beurteilen. Aber er kann sich von ihr ansprechen lassen. Die Worte können in ihm ähnliche Erfahrungen anklingen lassen, sie können ihn vielleicht auf eine Ebene erheben, die ihm bisher verschlossen war. In der Dichtung geht es um solche Sprache.

Das Monatslied „Ein schöne Ros‘ im heil‘gen Land“ gehört zu Texten dieser Art. Überdies stammt es von einem Dichter der Barockzeit (Laurentius von Schnüffis), der sich deswegen anders ausdrückt, als wir es in unserer heutigen Zeit tun würden; und er benutzt Bilder, die nicht eindeutig sind, sondern offen für meditatives Bedenken. Wenn wir uns auf die Worte des Dichters einlassen, kann uns das Lied einen tieferen Zugang zur Gottesmutter Maria schenken. Es kann uns froh werden lassen über das, was Gott uns durch sie geschenkt hat. Wenn wir die Bilder in uns erklingen lassen, dann können wir von neuem staunen über Gottes große Taten.

Maria wird mit einer Blume verglichen; nicht mit irgendeiner, sondern mit einer Rose. Nicht nur die fromme Poesie, sondern auch die Malerei und die Musik wurden durch die Jahrhunderte nicht müde, solche Vergleiche zu finden. Eine Rose im Paradies – kann man sich Schöneres vorstellen?

Das Symbol der Rose ist ein altes Bild, das auch im Rosenkranz eine Rolle spielt. Maria selbst wird in der Lauretanischen Litanei als „rosa mystica“ (geheimnisvolle Rose) angerufen.

Das Lied hat nur drei Strophen; in ihnen wird in wunderschöner dichterischer Form ausgesagt, was die Glaubenslehre über Maria weiß.

Pfarrer Eberhard Laufköter

 

Bild: Maria
© Friedbert Simon