Monatslied Oktober: „Nun lob, mein Seel’, den Herren“ (GL 824)

Das Monatslied, das ich Ihnen heute vorstelle, hat eine bemerkenswerte Geschichte: Als zum Ende des Dreißigjährigen Krieges der Westfälische Friede in der Frühe des 25. Oktober 1648 von der Treppe des Rathauses in Osnabrück bekanntgegeben wurde, stimmte das auf dem Marktplatz versammelte Volk ein in den vom Turm der Marienkirche geblasenen Choral „Nun lob, mein Seel’, den Herren“. Damals war eine gewaltige Last von den Menschen gefallen. Die Verkündigung des Friedens wurde für sie zur Erfahrung der Nähe Gottes.

Unser Gesangbuch bietet nur die erste von vier Strophen und eine Doxologie, die von einem anderen Verfasser stammt. In schlichter Art möchte der Dichter deutlich machen, was es heißt, von der erbarmenden Liebe des heiligen Gottes umfangen zu sein. Das ist das Göttliche an Gott: dass er mit seinem Erbarmen die Brücke schlägt, wo der Mensch nur die Kluft sieht.

Wir Menschen heute erfahren zwar oft, dass Gott weit weg von uns ist, möchten aber nicht gern hören, dass das etwas mit unserer Sünde zu tun hat. Vielleicht denken wir dabei vor allem an moralisches Versagen, aber Sünde ist vor allem dieses Fernsein von Gott. Daraus erwachsen unsere Fehler. Der Glaube möchte uns in die Nähe zu Gott bringen. Wer diese Botschaft annimmt, weiß sich zum Lob und Dank Gottes gerufen.

Der Aussage des Textes entspricht der Wechsel zwischen halben und Viertelnoten. Er lässt einen an ein Wiegenlied erinnern: Im Schoß Gottes ist uns Geborgenheit geschenkt.

Eberhard Laufköter

Es wird Zeit dafür…

Einladung zum Gebet für die geistliche Erneuerung unserer Gemeinde

Es bleibt uns Christen nicht verborgen, dass wir weniger werden, was Zahl, Geld und Einfluss angeht. Was oft weniger beachtet wird, ist der Verlust geistiger und geistlicher Kraft und Lebendigkeit, der dahinter steht (analog zur Krise unserer Kultur): Glaube macht keine Freude, wir wagen es nicht, ihn nach außen zu verkünden.

Papst Franziskus kennt das und fordert deshalb in der Enzyklika „Die Freude des Evangeliums“ dazu auf, sich dem Wirken des Heiligen Geistes zu öffnen und den kontemplativen Geist wiederzuerlangen, d. h. den „inneren Raum pflegen“, der all unseren Tätigkeiten einen christlichen Sinn verleiht: Christi Liebe betrachten, Gespräch mit dem Herrn, betende Begegnung mit dem Wort Gottes, Zeiten der Anbetung.

Deshalb die Einladung zur Gründung eines Gebetskreises in jeder unserer Gemeinden! Für diejenigen von Ihnen, die überlegen, ob sie mitmachen wollen, würde dies bedeuten:
– ein tägliches Gebet für die Gemeinde und
– ein monatliches Treffen in der Kirche zur Anbetung und zum geistlichen Gespräch.

Die Mindestzahl der Teilnehmer eines solchen Kreises orientiert sich an Mt 18,19: „Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten.“ und Mt 18,20: „Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind…“

Der Termin für das erste Treffen ist der 17. Oktober um 20.00 Uhr in Heilig Geist. Dann entscheiden die Anwesenden über die Termine der weiteren monatlichen Treffen.

Für Rückfragen stehen Renate Vornholt und Oskar Rauchfuß zur Verfügung. Anmeldungen auch im Pfarrbüro möglich.

Oskar Rauchfuß

Zum Geleit

If you are not embarrassed by the first version of your product, you’ve launched too late.
— Reid Hoffman

Sinngemäß übersetzt: Wenn Dir die erste Version deines Produkts nicht peinlich ist, dann hast Du sie zu spät gestartet. Mit diesem Satz übergeben wir heute diese Website dem Licht der Öffentlichkeit. Sie ist längst nicht fertig und wird vielleicht wie ein gotischer Dom niemals völlig fertig werden, aber es ist höchste Zeit.

Wie ein physischer Kirchenbau ist auch der Bau einer Website nicht das Werk eines Einzelnen. Mein Dank geht heute an Hiltrud Gold, Birgit Drath, Ralph-Ludwig Gehrke, Rolf Schlyja, Renate Vornholt, Mechthild Duße, Pia Peters, Natalia Gonzalez und Pfr. Matthias Kaleth. Sie alle haben auf unterschiedliche Weise daran mitgewirkt. Auch in Zukunft wird es darauf ankommen, mit vereinten Kräften diese Website fortzuentwickeln, zu verschönern und mit neuen Informationen zu bereichern.

Im Unterschied zum monatlichen Pfarrbrief, unserer KUNDE, richtet sich die Website auch an Fernstehende, die noch keinen Kontakt zur Gemeinde haben. Sie sollen einen Einblick bekommen, was Heilig Geist in Stade ausmacht, und die richtigen Ansprechpartner finden. Hier in der Diaspora sind wir (fast) alle Zugezogene. Jeder ist irgendwann einmal nach Stade gekommen und hat sich vielleicht gefragt, wo hier die katholische Kirche steht und was sie zum Beispiel für Kinder zu bieten hat. Sie sind nicht allein!

Kommen Sie einfach vorbei, zum Gottesdienst oder zu anderen Terminen, gehen Sie ins Pfarrbüro oder rufen Sie an. Sie finden auf diesen Seiten zahlreiche Telefonnummern. Und wenige Mailadressen, aber daran arbeiten wir noch.

Mit dem heutigen Tag ist die Arbeit nicht getan, sie fängt im Gegenteil erst richtig an. Aber von nun an nicht mehr im stillen Kämmerlein, sondern im Licht der weltweiten Öffentlichkeit. Pfarrer Michael Frieß schrieb am 1. Advent, dem 29. Nov. 1953 (und Pfarrer Matthias Kaleth zitiert ihn hier):

„Liebe Pfarrkinder, was will dieses bescheidene Pfarrblatt, das Ihr jetzt jede Woche erhalten sollt? Es will ein kleiner Bote sein an alle Mitglieder unserer Pfarrei, will KUNDE bringen von den Festen und Feiern im Kirchenjahr, vom Gottesdienst an Sonn- und Alltag; KUNDE bringen von den Veranstaltungen der Vereine und Gruppen; KUNDE bringen von den festlichen, frohen und traurigen Ereignissen in den Familien; KUNDE bringen von Dekanat, Zirkel und Pfarrei in all ihren Ereignissen und Angelegenheiten; KUNDE bringen von dem Wohnhaus Gottes zu den Wohnungen der Gläubigen, vom Pfarrer zu den Pfarrkindern; KUNDE von Gott und so Brücke sein von ihm zu Euren Seelen. Ihr aber sollt alle mithelfen, dass es ein lebendiges Sprachrohr in der Pfarrei wird…..“

Dies gilt analog auch für diese bescheidene Website.

Gegeben am Fest Kreuzerhöhung, 14. September 2014
Martin Recke (für das Team)

Vom Wohnhaus Gottes zu den Wohnungen der Gläubigen

Liebe Gemeindemitglieder und Gäste,

recht poetisch heißt es im Lied GL 381 „Dein Lob Herr ruft der Himmel aus“ in der zweiten Strophe „Kein Land, kein Volk ist auf der Erd, das nicht allzeit die Kunde hört, die umhergeht im Reigen“. Ja, da kommt er also tatsächlich vor, der Name „KUNDE“, und bereits im 60. Jahr erscheint unser Pfarrbrief mit eben diesem Namen.

Pfarrer Michael Frieß schrieb am 1. Advent, dem 29. Nov. 1953:

„Liebe Pfarrkinder, was will dieses bescheidene Pfarrblatt, das Ihr jetzt jede Woche erhalten sollt? Es will ein kleiner Bote sein an alle Mitglieder unserer Pfarrei, will KUNDE bringen von den Festen und Feiern im Kirchenjahr, vom Gottesdienst an Sonn- und Alltag; KUNDE bringen von den Veranstaltungen der Vereine und Gruppen; KUNDE bringen von den festlichen, frohen und traurigen Ereignissen in den Familien; KUNDE bringen von Dekanat, Zirkel und Pfarrei in all ihren Ereignissen und Angelegenheiten; KUNDE bringen von dem Wohnhaus Gottes zu den Wohnungen der Gläubigen, vom Pfarrer zu den Pfarrkindern; KUNDE von Gott und so Brücke sein von ihm zu Euren Seelen. Ihr aber sollt alle mithelfen, dass es ein lebendiges Sprachrohr in der Pfarrei wird…..“

Ja, einen herzlichen Dank an alle, die dazu beigetragen haben durch ihre Mitarbeit, allen voran die jeweiligen Sekretärinnen und seit vielen Jahren im Formulieren und Korrekturlesen M. Neubüser. Dank auch, dass in den Vermeldungen viele Menschen aus den Leitungsteams zum Sprachrohr werden. In gewisser Weise verkörpert unsere KUNDE auch etwas von der Bescheidenheit einer Gemeinde in der Diaspora: Layout, Umfang, Name – alles könnte verändert werden. Vielleicht sieht ein neuer Pfarrgemeinderat, sehen Redaktionsmitglieder noch neue Möglichkeiten?

Darüberhinaus freue ich mich über professionelle Gestaltungen unserer Internetseiten: Ein besonderer Dank an Herrn Seifert, der seit Jahren St. Michael als „Webmaster“ gestaltet (www.kath-kirche-brv.de) und an M. Recke, der seit kurzem den Internetauftritt der Heilig Geist Gemeinde (www.heilig-geist-stade.de) begleitet. Daneben gibt es die professionelle Seite unseres Altenheimes St. Josef, kompetent konzipiert durch Herrn Greeck (www.st-josef-stade.de).

Überhaupt hat in der Pastoral der letzten Jahre der Begriff der Kunde, den die Kundschafter bringen, eine neue Wertschätzung erfahren: In Num 13 (4 Mose) heißt es „ Wir kamen in das Land, in das du uns geschickt hattest. Es ist wirklich ein Land, in dem Milch und Honig fließen; das hier sind seine Früchte. Aber das Volk , das im Land wohnt, ist stark und die Städte sind befestigt und sehr groß.“

Unter www.kundschafternetzwerk.de finden Sie viele Informationen zu einer Kirche, die „über den Jordan geht“. Von den zwölf Kundschaftern sind es zwei (!), Josua und Kaleb, die mit ihrer Riesentraube aus dem Gelobten Land zugleich das Vertrauen an Gott mitbringen – gegenüber allen Verzagtheiten der anderen Kundschafter. Gegen alle an-brandenden Wellen der Resignation lässt uns die Kunde, dass Gott in seiner Verheißung treu ist, immer wieder Liturgie feiern und dem Leben Raum geben. Schöne Erfahrungen des Miteinanders waren die letzten Gemeindefeste in St. Ansgar und St. Michael, der Ausflug des Emmausvereins und des Kirchenchores nach Otterndorf.

Einmalig, wie Diakon Scheiermann in der St. Ansgar-Kirche uns alle, Jung und Alt, zu einem großen Klangkörper inspiriert und miteinander verbunden hat. Erfrischend, wie sich in St. Michael sich so mancher am Volleyballspiel beteiligt hat . Und überhaupt, ein Dank an die vielen zupackenden Hände, insbesondere an die Gefirmten des letzten Firmkurses.

Ihnen allen, ob zu Hause oder auf Reisen, erholsame Tage und bringen Sie gerne Kunde mit, wenn Sie anderswo Ideen entdecken, die unser Gemeindeleben vor Ort bereichern können!

Und vielleicht haben Sie ja auch noch dreimal im Jahr Zeit, um im Pfarrgemeinderat als Kundschafterteam unserer Flächenpfarrei mitzuarbeiten, dann nehmen Sie gerne Kontakt auf.

Gute sommerliche Wünsche,

Ihr Seelsorger Matthias Kaleth