Monatslied Dezember 2017 – HEILIG, HEILIG, HEILIG

In der römischen Kirche gehört der Gesang des „Sanctus“(Heilig) wohl gegen Ende des vierten Jahrhundert zur Feier der Messliturgie. Der Text setzt sich zusammen aus zwei Bibelversen: Jesaja 6,3 und Matthäus 21,9.

Bei der Berufungsvision zum Prophetenamt hörte Jesaja die Serafim wechselseitig sich zurufen: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heerscharen. Erfüllt ist die ganze Erde von seiner Herrlichkeit.“ Der Text der Liturgie bezeichnet den Gott der Heerscharen mit dem hebräischen Wort Sabaoth. Damit sind sämtliche geistigen Wesen gemeint. Bei der Geburt Christi sang die ganze Schar des himmlischen Heeres auf den Fluren von Bethlehem das Gloria. In einer Vision der Geheimen Offenbarung ist beim Sanctusruf der vier Lebewesen Gott als der Allmächtige bezeichnet.

Gegenüber der Fassung  der lateinischen Bibel bei Jesaja 6,3 ist im liturgischen Text das Wort „Himmel“ eingefügt, so dass der Satz in der Mehrzahl steht: Erfüllt sind Himmel und Erde von deiner Herrlichkeit.“

Als Jesus kurz vor seinem Leiden in Jerusalem einzieht, rufen die Scharen, die ihn begrüßen: „Hosanna dem  Sohne Davids; Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn: Hosanna in der Höhe.

Honorius Augustodunensis, ein berühmter Liturgiker des 12. Jahrhunderts aus Canterbury erklärt das Sanctus so: „Die Engel und Erzengel loben die göttliche Majestät, die Herrschaften beten sie an, die Mächte und die Fürstlichen Gewalten bewundern sie erschauernd und zitternd. Die Himmel, nämlich die Throne und die himmlischen Kräfte, jubeln. Die Cherubim und die Serafim feiern sie in wonnevollem Chore. Diese Huldigungsopfer haben David und Salomo zum Vorbild genommen, als sie beim Lobopfer des Herrn zu den Hymnen des Volkes Orgeln und andere Instrumente erklingen ließen… Die Engel bringen ihren Lobgesang als heilige Gabe dar im Einklang mit dem Heiligen Geist. Wir singen dreimal das Wort Sanctus zum Lobpreis der allerheiligsten Dreifaltigkeit, aber nur einmal das Wort Dominus Deus ( Gott Herr) zur Anbetung des einen göttlichen Wesens. Mit der Darbringung des Lobgesangs der Engel wird vereint die Darbringung des Lobgesanges der gerechten Geister, die die Menschheit Christi anbeten. Wegen der Erlösung des Menschengeschlechtes wird gesungen  Hochgelobt sei er, der kommt im Namen des Herrn. Dieser Hymnus wird teils von Engeln, teils von Menschen gesungen, denn durch das Opfer Christi tritt das Menschengeschlecht mit den Engeln in Verbindung.“

Mit dem Sanctus begeben wir uns mitten hinein in das Zentrum der Heiligen Messe: in das Opfer das unser Herr Jesus Christus für uns und für das Heil der ganzen Welt darbringt.                                                                                                                            
Eberhard
Laufköter, Pfarrer