Monatslied Oktober: Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus Dei

An den verschieden Tagen haben unsere Gottesdienste ein unterschiedliches Gesicht. Es hängt von unterschiedlichen Lesungen und Gebeten ab. Daneben gibt es bei der Feier der Heiligen Messe auch Gebete, die an (fast) allen Tagen gleich bleiben und damit unserem Gottesdienst eine eindeutige Gestalt verleihen: Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus Dei, das so genannte „Ordinarium“. Vom Ursprung her sind es Gesänge.

Heute möchte ich Ihnen davon das Kyrie und das Gloria vorstellen. Kyrie ist ein Wort aus dem Griechischen, in dem am Anfang der Kirche der Gottesdienst gefeiert wurde. Als man in der römischen Liturgie die lateinische Sprache einführte, sang man diesen Ruf weiterhin in Griechisch. Der Ruf „Kyrie eleison“ ist ursprünglich von den Heiden im weltlichen Sinn gebraucht worden: sie begrüßten mit diesem Wort den Kaiser und drückten darin aus, dass sie auf seine Gunst vertrauten: „Du, Herrscher, wirst uns Erbarmen schenken.“

Unser Gesangbuch bietet eine Fülle von Kyrie-Vertonungen (griechisch: 104, 108, 113, 117, 513; aus den deutschen Ordinarien: 126, 128, 130, 134; Einzelstücke: 151 bis 157 – darunter auch vierstimmige Sätze); weiterhin bietet es noch neun Kyrie-Litaneien (158 – 165 und 279), die zum Teil den besonderen Kirchenjahrszeiten entsprechen. Während beim Kyrie nahezu jedes Mal der Originaltext in der Heiligen Messe verwendet wird, ist es beim Gloria meist umgekehrt. Die Worte, die sich im GL 583, 1 finden, erklingen nur selten in gesungener Form.

Der Hymnus des Gloria beginnt mit dem Gesang, den die Engel bei der Geburt des Erlösers angestimmt haben. Die Kirche hat diesen Gesang in der Frühzeit reich entfaltet: sie lobt Gott, ruft Christus an und bekennt sich zum dreifaltigen Gott, der als der allein Heilige, der Herr und der Höchste gepriesen wird. Wir stimmen in der Feier unseres irdischen Gottesdienstes ein in die himmlische Liturgie. Anfänglich erklang dieser Lobgesang nur an Ostern, später wurde er öfter im Lauf des Jahres verwendet. Heute hat er seinen Platz an den Sonntagen außerhalb der Advents- und Fastenzeit, sowie an allen Festen und Hochfesten.

Im Gotteslob finden wir zahlreiche Nachdichtungen (167 – 172; 709; 816; 821 – 823), die oft nur ein schwacher Anklang an das Original sind. Wir sollten deshalb nicht die Vertonungen des Originals vergessen (lateinisch: 105, 109, 114, 131 oder deutsch: 131, 173, 707, 708). Im Kyrie und Gloria wenden wir uns zu Beginn der Heiligen Messe dem wahren Herr unseres Lebens zu, dem unser Leben gehört.

Pfarrer Eberhard Laufköter