Monatslied März: Gotteslob Nr. 754 „Korn, das in die Erde fällt“

Das Lied für den Monat März stammt von John Macleod Campbell Crum (1872 -1958), einem anglikanischen Priester aus Canterbury. Er hat seine Texte vor allem geschrieben für Kinder, die an der Sonntagsschule teilnahmen. Darum bedient er sich auch einer schlichten Sprache. Das heutige Lied ist sicher gut für Kinder geeignet, ist dabei aber keineswegs primitiv; es führt vielmehr zu einer meditativen Gebetshaltung.

Es bedenkt das Wort Jesu aus dem Johannesevangelium (12, 24): „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein, wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht“. Im Bild des Weizenkorns macht Jesus deutlich, dass Sein Sterben nicht Untergang ist, sondern fruchtbar wird in Seiner Auferstehung. Seine Auferstehung schenkt auch denen Leben, die an Ihn glauben. In der ersten Strophe werden das Sterb en des Weizenkorns und sein Keimen im Ackerboden einander gegenübergestellt: was man heute sieht, ist Sterben; aber für die Zukunft darf man das Leben erhoffen.

2 .Strophe: Die Welt begreift Gottes Liebe nicht: sie lässt Seinen Sohn sterben, so dass Er ins Grab gelegt wird; aber in diesem Sterben bringt Er Gottes Liebe auf einmalige Weise in die Welt – Seine Liebe ist unbesiegbar. Jesus entzieht sich nicht dem Hass der Menschen: Er steigt nicht herab vom Kreuz, gerade darin zeigt sich das Gesetz des Weizenkorns: aus dem Sterben erwächst Leben.

3. Strophe: Hier klingt das Gleichnis an, in dem Jesus von dem Samen spricht, der auf unterschiedlichen Boden fällt. Er macht deutlich, was der Boden für das Wachsen bedeutet. In unserem Lied aber fällt Gottes Samenkorn gerade nicht auf unfruchtbaren Ackerboden: unter Gestrüpp und Dornen unseres Herzens ist es gefangen und stirbt dennoch nicht ab, sondern trägt am dritten Tag Frucht – im Wunder der Auferstehung. Dieses größte Wunder Gottes wird nur verhalten angedeutet. Jede Strophe des Liedes endet mit den Worten: „Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.“ Der Begriff „Liebe“ wird unterschiedlich verwendet, einmal ist die Liebe der Menschen gemeint, dann aber geht es um Gottes Liebe zu uns Menschen. Diese Unschärfe bewegt gerade dazu, tiefer über die Worte nachzusinnen. Der „grüne Halm“ steht gegen alles Vergehen, das die Welt bestimmt: es ist das Zeichen der Hoffnung, das uns von Gott gegeben ist.

Die Melodie des Liedes ist ursprünglich die eines französischen Weihnachtsliedes aus dem 15. Jahrhundert. Sie verwendet die dorische Tonleiter, die beim Grundton d keine Vorzeichen hat. Da hier als Grundton „e“ gewählt ist, sind die beiden Vorzeichen für „fis“ und „cis“ erfordert. Der Takt ist ruhiger „Vier-Viertel-Takt“. An einigen Stellen finden sich halbe Noten, die der Bedeutung des Textes entsprechen.

Eberhard Laufköter, Pfarrer