Monatslied Februar 2015: „Sonne der Gerechtigkeit“ (Gotteslob Nr. 269)

Am 18. Februar beginnen wir mit dem Aschermittwoch die Vorbereitung auf Ostern, unser höchstes Fest: Christus ist auferstanden!

Wenn wir selber mit dem auferstandenen Herrn leben wollen, müssen wir Ihm in unserem Leben Raum schaffen. Dazu soll uns die österliche Bußzeit verhelfen. Deshalb haben wir das Lied für diesen Monat aus dem Abschnitt des Gesangbuchs gewählt, der überschrieben ist „Österliche Bußzeit“. Es handelt sich um einen Hymnus, der dem Stundengebet entstammt.

In der deutschen Übersetzung des lateinischen Originals ist leider eine Strophe ausgelassen, die Wichtiges sagt über unser Tun der Buße und über Gottes Tun an uns, das viel größer ist.

Die erste Strophe nennt Christus die „Sonne der Gerechtigkeit“. Wie fast alle Lebewesen ohne die Sonne nicht auskommen, so sind auch wir Christen ohne die Sonne, die Christus ist, nicht lebensfähig. Der Prophet Maleachi (3, 20) hat mit dem Bildwort von der „Sonne der Gerechtigkeit“ den Gottesfürchtigen Heilung und Hoffnung versprochen. Wenn Christus in unserem Herzen Platz hat, weicht alles Dunkel, und wir werden durch Ihn im Innersten mit Seinem Licht  erhellt.

Strophe 2:  Immer ist es natürlich möglich und notwendig, sich zu Gott hin zu bewegen; aber diese Zeit, die wir gemeinsam begehen, kann uns besonders helfen, neu auf Gott hin unser Leben auszurichten. Auch wenn Gott langmütig ist, dürfen wir nicht leichtfertig die Bekehrung aufschieben. Gottes Gnadenangebot fordert einen ernsten Entschluss des Neubeginns.

Die ausgelassene Strophe des lateinischen Originals könnte in Prosa so übersetzt werden:  „Gib, dass, was immer wir an Buße tun, Vergebung unserer gar großen Sünden  schenke, wobei Dein Tun viel größer ist, als was wir leisten.“

Strophe 3: Der Tag, von dem hier gesprochen wird, meint in besonderer Weise das Osterfest. An vielen Stellen in der Liturgie dieses Festes erklingt der Psalmvers (118, 24): „Das ist der Tag, den der Herr gemacht hat; lasst uns frohlocken und seiner uns freuen.“

Strophe 4 ist ein Lob Gottes (Doxologie), wie es für einen Hymnus bezeichnend ist: Hier klingt schon der Gedanke an das neue Lied an, das an Ostern beginnt und im ewigen  Ostern Gottes erklingt.

Die Melodie des Hymnus ist nicht die Melodie, die im lateinischen Stundengebet vorgesehen ist; sie wäre wegen der Schleifen für den deutschen Text nicht passend. Deswegen hat man eine Melodie gesucht, die zu mehreren Hymnen der Lesehoren gesungen wird. Ihre schlichtere Form verträgt sich gut mit dem Text. Sie steht in dorischer Tonart, also nicht in Dur oder Moll wie die meisten Lieder.

Das Lied ist nicht von einem Taktschema bestimmt, sondern entspringt ganz dem Wort – deshalb haben die Noten auch keine „Hälse“. Zu den Strichlein in den Notenzeilen: Der etwas längere Strich zwischen zweiter und vierter Linie in der Mitte des Liedes gibt eine Atempause an; die kleineren Strichlein in der oberen Notenzeile sind nur Gliederungszeichen. 

Pfr. Eberhard Laufköter